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Geriatrie Wieder auf die Beine kommen

Klaus Hilkmann

Friesoythe - Mit zunehmendem Alter ist es ganz normal, dass die körperliche Leistungsfähigkeit abnimmt. Viele ältere Menschen leben zudem mit mehr oder weniger ausgeprägten chronischen Erkrankungen, die eine regelmäßige Einnahme von Medikamenten und/oder den Gebrauch von Hilfsmitteln sowie pflegerischen Dienstleistungen erforderlich machen. Für entsprechend geschwächte Menschen bedeutet eine akute Erkrankung oder Verletzung oftmals einen längeren stationären Aufenthalt in einem Krankenhaus.

Rund-um-Versorgung

Wenn der Akut-Vorfall als zusätzliche Belastung zu ohnehin bestehenden Beschwerden hinzukommt, werden alte Menschen mitunter vollkommen aus der Bahn geworfen. Ohne eine speziell auf ihre Belange ausgerichtete Versorgung müssen sie zudem mit einem erhöhten Risiko für einen verzögerten Therapieerfolg und somit einem mitunter sehr langen Krankenhausaufenthalt rechnen.

Auch die Heilungschance ist im Alter meistens geringer als in jüngeren Jahren. Neben der medizinischen sind viele alte Menschen zunehmend auch auf soziale Unterstützung angewiesen, um eine (Zukunfts)-Perspektive gewinnen zu können.

Die auch als Altersmedizin bezeichnete Geriatrie ist genau auf diese Erfordernisse spezialisiert. Nach Angaben der deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) profitieren in erster Linie Menschen ab dem 80. Lebensjahr von der geriatrischen Medizin. Der Grund ist für die DGG klar: „Diese Patientengruppe weist einen hohen Grad an Gebrechlichkeit und Multimorbidität auf“. Die Geriatrie habe dies im Blick und ziele mit einem ganzheitlichen Ansatz darauf ab, alten Menschen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Das bedeutet etwa für den Fall eines stationären Krankenhausaufenthalts, dass sich der Patient auf eine fürsorgliche medizinische Rundumversorgung verlassen können sollte, die genau auf den jeweiligen persönlichen Gesundheitszustand abgestimmt ist. Bei alten Menschen steht neben der organorientierten Medizin eine altersgerechte Behandlung im Fokus, an der in der Regel mehrere medizinische Fachdisziplinen beteiligt sind.

Die Geriatrie sehe den Menschen stets als Ganzes und biete somit die Voraussetzungen für eine altersgerechte Versorgung, berichtet Dr. Corinna Drebenstedt, Chefärztin der Abteilung für Geriatrie im St.-Marien-Hospital Friesoythe: „Letztlich zielt die Geriatrie darauf ab, eine Verbesserung des funktionellen Status und der Lebensqualität zu erreichen. Wir möchten mit einer auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichteten Behandlung erreichen, dass auch der alte Patient möglichst gesund und schnell nach Hause zurückkehren kann.“

Mobilität erhalten

Die Grundlage kann schon durch die Akut-Behandlung im Krankenhaus gelegt werden – am besten durch eine möglichst frühzeitige und enge Verzahnung mit individuell abgestimmten Maßnahmen zur Frührehabilitation. Wichtig ist dabei vor allem, dass von Beginn der Behandlung an auch der Erhalt beziehungsweise die Wiederherstellung der Mobilität im Mittelpunkt steht. In der Abteilung für Geriatrie sind dabei neben den Ärzten und spezialisierten Pflegekräften des St.- Marien-Hospitals von Anfang an Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden fest in die Therapie eingebunden. So wird verhindert, dass eine infolge einer schweren Erkrankung unvermeidbare Bettlägerigkeit mit körperlicher Passivität einhergeht.

Bei alten Menschen ist das besonders wichtig, weil bei ihnen die für die Beweglichkeit entscheidende Muskelmasse und -substanz deutlich schneller und massiver verloren geht als bei jüngeren Menschen. Zudem ist deren Wiederaufbau – wenn überhaupt – nur sehr schwer und mit einem Trainingsaufwand erreichbar, der viele alte Menschen überfordert.

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