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Übergewicht Die Dickmacher im Alltag

Klaus Hilkmann

Friesoythe - Eine schnelle Currywurst plus Glühwein beim Einkaufsbummel sowie ein paar Kekse und Marzipankartoffeln zwischendurch: In der Weihnachtszeit greifen viele Menschen vermehrt zu zucker- und kalorienreichen Leckereien. Zudem wird bei winterlichen Minusgraden vielerorts mehr Zeit als sonst auf dem Sofa verbracht. Die Bewegung kommt zu kurz. Als Folge sammeln sich überzählige Pfunde an, die man meistens nur schwer wieder los wird.

Dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie im wahrsten Sinne des Wortes erschwerend hinzukommen, zeigt etwa eine Studie des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin und der Technischen Universität München. Dort haben knapp 40 Prozent der rund 1000 Befragten angegeben, dass sie während des Lockdowns im Frühjahr 2021 zugenommen haben – durchschnittlich rund sieben Kilogramm.

In Deutschland hat sich der Trend zum Übergewicht bereits Jahre vor der Pandemie stetig verstärkt. Nach einem Bericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) waren im jüngsten Untersuchungsjahr 2017 bundesweit 60 Prozent der Männer und rund 37 Prozent der Frauen zu dick. Vor allem Männer nehmen mit zunehmendem Alter immer mehr zu. 40-Jährige bringen heute im Schnitt elf Kilogramm mehr auf die Waage als mit 18 Jahren. Normalgewichte Männer mit einem Body-Mass-Index bis zu 25 sind schon in der Altersstufe zwischen 30 und 35 Jahre in der Minderheit.

Oft Jo-Jo-Effekt bei Diäten

Wer zu viele Pfunde mit sich herumschleppt, fühlt sich oftmals unwohl und fürchtet gesundheitliche Folgeprobleme. Der Wunsch, möglichst viel abzunehmen, zählt denn auch regelmäßig zu den häufigsten guten Vorsätzen für das neue Jahr. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach Abnehm-Tipps, die nach Einschätzung der DGE aber mitunter mit Vorsicht zu genießen sind. So ist der Abnehme-Erfolg bei vielen Diäten wegen des zumeist schnell einsetzenden Jo-Jo-Effekts nur von kurzer Dauer. Manche Radikal-Maßnahmen können zudem gesundheitliche Probleme mit sich bringen, wenn die Ernährung zu einseitig ist und eine Mangelversorgung mit wichtigen Nährstoffen entsteht.

Der Weg zum dauerhaften Abbau von Übergewicht muss nicht über Hungern und Verzicht führen, erklärt der Ernährungsmediziner Dr. Ralf Weise, Chefarzt des Adipositas-Zentrums Nord-West in Friesoythe: „Entscheidend ist, dass man sich bewusster ernährt und Dickmacher weitgehend aus dem täglichen Speiseplan streicht.“ Um zeitnah einige Kilogramm und langfristig noch mehr abzunehmen, müsse man oft gar nicht so viel an dem gewohnten Ess- und Trinkverhalten ändern.

Bratensoße weglassen

Mitunter reiche es schon aus, die Soße zum Braten wegzulassen und am Abend statt zwei nur noch ein Glas Wein oder – noch besser – etwas Ungesüßtes ohne Alkohol zu trinken. Allein damit lassen sich täglich hunderte Kilokalorien einsparen, die sich ansonsten als Fettpolster am Bauch oder an den Hüften ansammeln.

Dickmacher im Alltag sind vor allem energiereiche Lebensmittel, die in komprimierter Form viel Zucker und Kalorien enthalten. Negativbeispiele sind neben alkoholischen Getränken insbesondere Energie- und Softdrinks. Auch bei Speisen sind Kohlenhydrate und bestimmte Fette problematisch, betont Dr. Weise. Letztlich komme es bei der Ernährung aber immer auf das richtige Maß und einen verträglichen Rhythmus an.

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