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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Wo saubere Hände eine Pflichtsache sind

15.10.2019

Ganderkesee „Ein Tag des Händewaschens“, staunt Dieter Ordemann, „ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt. Für uns ist das alltäglich“, sagt der Inhaber der Firma Ordemann Kfz-Technik in Ganderkesee. Er und seine Mitarbeiter müssen sich von Berufs wegen Tag für Tag die Hände schmutzig machen – und hinterher wieder sauber. „Wenn man ans Auto geht, braucht man saubere Finger“, sagt Ordemann, „darum werden bei uns ständig die Hände gewaschen.“

Infekte von Hand zu Hand

Mitarbeiter von Kfz-Werkstätten waren allerdings nicht die vorrangige Zielgruppe, an die man bei der Weltgesundheitsorganisation WHO dachte, als diese 2008 den 15. Oktober zum Internationalen Hände-Waschtag ausrief. Vielmehr sollte damit die Handhygiene als wichtigste Vorbeugung gegen Infektionen in den Blickpunkt gerückt werden. „Rund 80 Prozent der Infekte entstehen über Handkontakte“, weiß Dr. Matthias Peiler vom Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg: „Wir gehen das sehr aktiv an“, betont der Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin.

Vor Jahren schon hat das Kreisgesundheitsamt das Projekt „Hände richtig waschen“ für Kindertagesstätten ins Leben gerufen. In jedem Kita-Waschraum hängen Info-Tafeln mit entsprechenden Anweisungen. Regelmäßig besuchen Mitarbeiter des Gesundheitsamtes reihum die Einrichtungen und demonstrieren den Kindern unter Schwarzlicht, wie selbst nach dem Händewaschen noch Schmutzreste und Keime an der Haut haften. „Das ist immer sehr eindrucksvoll“, versichert Peiler. „Und die Kinder nehmen das sehr ernst.“

Zeit lassen und gründlich abtrocknen

Hände richtig waschen will gelernt sein. Das Gesundheitsamt des Landkreises hat für sein gleichnamiges Projekt einen Flyer veröffentlicht, der sich speziell an Kinder richtet, aber von Erwachsenen ebenso beherzigt werden sollte: 1. Wasser marsch: Die Hände unter fließendes Wasser halten. 2. Einseifen: Die Hände sanft mit Seife einreiben – nicht nur die Innenflächen, sondern auch Handrücken, Daumen, Fingerspitzen, und Fingerzwischenräume. 3. Zeit lassen: Gründliches Händewaschen dauert mindestens 20 bis 30 Sekunden. 4. Runter damit: Seifenschaum unter fließendem Wasser gut abspülen. 5. Trocknen: Hände gründlich abtrocknen, am besten mit einem eigenen, sauberen Handtuch oder mit Einmaltüchern.

Ramona Stöver, Erzieherin in der Bookholzberger Kita „Sonneninsel“, kann das bestätigen: „Die Kinder lieben das Händewaschen“, ist ihre Beobachtung. Vor dem Mittagessen sei der Gang in den Waschraum ein festes Ritual, aber auch zu anderen Tageszeiten werde das Händewaschen häufig thematisiert – von den Erzieherinnen, aber auch von den Kindern selbst: „Sie achten gegenseitig darauf, dass niemand es vergisst.“ Dass die Kinder diese Aufmerksamkeit in ihren häuslichen Alltag übertragen, ist die Hoffnung der Kitas und des Gesundheitsamtes.

Womöglich geht dann die nächste Erwachsenen-Generation nicht so sorglos mit dem Thema um wie die jetzige. Für Daniela Wolff, Sprecherin der Stenumer Fachklinik für Orthopädie, steht jedenfalls fest: „Die meisten Menschen sind noch nicht genügend sensibilisiert!“ Sie beobachtet das unter anderem daran, dass viele Besucher der Klinik an dem großen Spender mit Desinfektionsmittel neben dem Eingang achtlos vorbeigehen. Dabei nehme jeder im Alltag mit den Händen „Keime ohne Ende“ auf, warnt Wolff: am Griff des Einkaufswagens, an den Treppengeländern und Türgriffen öffentlicher Gebäude, beim Streicheln der vierbeinigen Lieblinge oder beim Bezahlen mit Bargeld. „Es gibt so viele Keimschleudern“, weiß Wolff.

Bewusstsein schärfen

Den Klinik-Mitarbeitern ist das Desinfizieren und Waschen der Hände in Fleisch und Blut übergegangen und das Bewusstsein dafür werde in Fortbildungen regelmäßig aufgefrischt, so Wolff. Die Fachklinik nimmt die Hygieneprävention sehr ernst und ist dafür schon ausgezeichnet worden. Das Bewusstsein in der Öffentlichkeit müsse indes geschärft werden, findet Daniela Wolff. Sie hat immer ein Desinfektionsfläschchen griffbereit im Auto liegen und rät auch anderen dazu.

Genauso ernst genommen wie im Krankenhaus wird die Handhygiene in der Lebensmittelverarbeitung. Bei Müllers Wurst-Diele in Heide zum Beispiel: „Wir haben Handwaschbecken in allen Produktionsbereichen“, sagt Geschäftsführer Hergen Kämena. Die Mitarbeiter müssen bei jedem Produktwechsel – wenn sie etwa nach der Rindfleisch-Verarbeitung Salate zubereiten – die Hände waschen und desinfizieren. Neben den Waschbecken hängen Instruktionen, regelmäßige Schulungen schärfen das Bewusstsein der Belegschaft.

Die Handhygiene ist nur ein kleiner Teil des HACCP-Konzeptes, das in dem Heider Fleischereibetrieb strikt umgesetzt wird. Das international angewandte Konzept (hazard analysis and critical control points) dient der präventiven Gefahrenvermeidung im Umgang mit Lebensmitteln. Dazu gehört unter anderem die Hygieneschleuse, durch die jeder Mitarbeiter nach dem Umziehen den Produktionsbereich betritt und auch wieder verlässt.

Geschult werden die Mitarbeiter von Müllers Wurst-Diele aber auch zu den Begleiterscheinungen des permanenten Händewaschens: „Hautschonung ist bei uns ein wichtiges Thema“, betont Hergen Kämena. Dazu trägt aus seiner Sicht auch bei, lieber öfter die Hände zu waschen als ständig neue Plastikhandschuhe überzustreifen. Es gebe gute Gründe, bei bestimmten Arbeitsprozessen Handschuhe zu tragen, aber sie könnten die Haut auch über Gebühr strapazieren. „Bei längerem Tragen quillt die Haut auf, dort können wiederum Keime eindringen“, erklärt Kämena.

Hautschutz im Blick

Auf den Hautschutz achtet auch Dieter Ordemann: Neben jedem Waschbecken in seinem Kfz-Betrieb hängt ein Hautschutzplan, der über Nutzung und Wirkung der verschiedenen Seifen und Cremes aufklärt. „Wir arbeiten mit Kraftstoffen und anderen Substanzen, die die Haut entfetten und angreifen – dagegen müssen wir etwas tun“, sagt Ordemann. Vor dem Arbeitsbeginn reiben seine Mitarbeiter ihre Hände mit einer Schutzcreme ein, vor dem Feierabend nehmen sie eine hautfreundliche Lotion. Dazwischen aber heißt es immer wieder: Händewaschen nicht vergessen!

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Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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