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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Weißer Hautkrebs: Gefährlicher Pickel am Augenlid

03.05.2011

OLDENBURG Die medizinisch als Basaliom bezeichnete Krebserkrankung entsteht vor allem an lichtempfindlichen Stellen, die über einen längeren Zeitraum einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Besonders häufig sind die sogenannten Sonnenterrassen im Gesicht betroffen, zu denen neben den Ohrmuscheln, dem Nasenrücken und der Unterlippe auch die Augenlider zählen. Das Erkrankungsrisiko steigt insbesondere bei Männern ab dem 60. Lebensjahr deutlich an. Bei einer familiären Vorprägung muss man auch schon in jüngeren Jahren mit einer Erkrankung rechnen.

Vorsicht ist geboten, wenn sich auf der Haut plötzlich kleine hautfarbene Knoten bilden, die auch nach einigen Wochen nicht wieder verschwinden. „Das können Symptome für ein Basaliom sein. Am Augenlid ist diese Form des weißen Hautkrebs zunächst kaum von einem Pickel oder Gerstenkorn zu unterscheiden“, berichtet Dr. Jörg Siegert, Oberarzt in der Augenklinik des Oldenburger Pius-Hospitals. Ein Problem sei, dass entsprechende Veränderungen von vielen Betroffenen zunächst nicht wirklich ernst genommen werden – auch, weil abgesehen von einer leichten Berührungsempfindlichkeit und gelegentlichem Juckreiz zunächst keine Beschwerden auftreten.

Tumor wächst weiter

Anders als der auch als Malignes Malinom bezeichnete schwarze Hautkrebs bildet der weiße Hautkrebs nur selten Tochtergeschwülste, die sich auf andere Organe verteilen. Auf die leichte Schulter sollte man ein Basaliom gleichwohl nicht nehmen, betont Dr. Siegert: „Ein am Augenlid entstandener Tumor wächst ohne ärztliche Gegenmaßnahmen so lange weiter, bis er sich im Augapfel ausgebreitet hat. In fortgeschrittenen Stadien kann sich der Tumor in angrenzende Gewebe- und Knochenstrukturen sowie letztlich sogar bis ins Gehirn hineinfressen.“ Um so weiter das Tumorwachstum fortgeschritten ist, desto größer ist die Gefahr, dass funktionelle oder kosmetische Schäden entstehen, die nur mit großem Aufwand oder gar nicht repariert werden können.

Ein frühzeitig am Augenlid erkannter weißer Hautkrebs kann dagegen mit einer hohen Erfolgswahrscheinlichkeit per Operation entfernt werden. Bei kleineren Knoten könne das mit einem nur rund 15-minütigem Eingriff unter örtlicher Betäubung ambulant gelingen. In den meisten Fällen müssen die Patienten aber mit zwei oder drei Tagen im Krankenhaus rechnen, berichtet Dr. Siegert, der in der Pius-Augenklinik durchschnittlich 100 bis 120 Tumor-Operationen nach der Diagnose „weißer Hautkrebs“ durchführt: „Wir brauchen diese Zeit, um das entnommene Gewebe im Labor untersuchen zu können und dann die Art und Beschaffenheit des Tumors genau bestimmen zu können.“

Schnelle Rekonstruktion

Wenn die anschließende Kontrolluntersuchung ergibt, dass der Tumor vollständig entfernt worden ist, kann im günstigsten Fall in einem zweiten minimal-invasiven Eingriff am nächsten Tag die Rekonstruktion des Augenlids erfolgen. Vor allem bei fortgeschrittenen Fällen können noch weitere Eingriffe erforderlich sein, bei denen – wenn nötig – auch HNO-Ärzte oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen hinzugezogen werden.

„Da man es am Auge mit sehr feinen und empfindlichen Strukturen zu tun hat, muss man dort beim Herausschneiden eines Tumors ex­trem vorsichtig vorgehen. Unter anderem muss stets ein ausreichender Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe eingehalten werden“, betont Dr. Siegert. Beim Entfernen größerer Tumore reichen mitunter ein oder zwei kurze Eingriffe nicht aus. Im Extremfall kann der Krankenhausaufenthalt dann bis zu einer Woche dauern.

Nach dem Eingriff muss die Wunde noch rund zehn Tage mit einer Salbe versorgt werden, die den Heilungsprozess unterstützt und vor Entzündungen schützt. Abgesehen von einer leichten Schwellung oder einem Bluterguss im betroffenen Bereich habe die Lid-Operation meistens keine nennenswerten Nebenwirkungen. Bei einem positiven Heilungsverlauf können nach etwa einer Woche die Fäden gezogen werden. Die Wundheilung ist in der Regel nach rund zwei Wochen abgeschlossen, so Dr. Siegert: „Der Patient kann danach meistens wieder ganz normal leben.“

Viele Patienten mit einer Basaliom-Diagnose am Augenlid scheuen eine Operation, weil sie befürchten, auf Dauer entstellt zu werden. Dank neu entwickelter, minimal-invasiver Verfahren in mikrochirurgischer Technik ist es in der Augenchirurgie inzwischen möglich, den Eingriff weitgehend ohne sichtbare Folgen durchzuführen, betont Dr. Jörg Siegert. Falls bei der Entnahme eines Tumors zum Beispiel Gewebe am Oberlid entnommen werden muss, kann man entweder die verbliebenen Strukturen in direkter Nachbarschaft für einen Ausgleich nutzen oder die fehlende Struktur auch durch ein kleines Stück vom Unterlid ersetzen.

Eine erste ärztliche Nachkontrolle sollte sechs bis acht Wochen nach Entfernen des Basaliom-Tumors erfolgen. Weitere Kontrolluntersuchungen werden drei, sechs und zwölf Monate nach dem Eingriff empfohlen, betont Oberarzt Dr. Jörg Siegert: Wenn der behandelte Bereich dann noch tumorfrei ist, kann man davon ausgehen, dass die Operation auch nachhaltig erfolgreich gewesen ist.“

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