Oldenburg/München - In Deutschland erkranken nach Angaben des Lungeninformationsdienstes im wissenschaftlichen Helmholtz-Zentrum in München pro Jahr bis zu 500 000 Menschen an einer ambulant – außerhalb des Krankenhauses – erworbenen Lungenentzündung. Die Erkrankung tritt meistens in den kalten Herbst- und Wintermonaten auf, in denen zugleich besonders viele aggressive Erreger in der Atemluft sind und das Immunsystem auch durch andere belastende Faktoren in Anspruch genommen wird.
Zur Risikogruppe gehören vor allem Menschen mit chronischen Erkrankungen. Das gilt zum Beispiel für Rheuma-Patienten, die Medikamente einnehmen, die das Immunsystem schwächen.
Besonders gefährlich ist die Lungenentzündung für Krankenhaus-Patienten, die wegen anderer Erkrankungen über eine schwache Körperkonstitution verfügen. Hier kann die Zusatzbelastung durch eine Lungenentzündung schnell lebensbedrohlich werden.
Dass die Lungenentzündung wegen einer erhöhten Keimbelastung im Krankenhaus entsteht, sei allerdings in der Regel falsch, betont Dr. Regina Prenzel. Krankenhaus-Patienten leben vielmehr mit einer erhöhten Erkrankungsgefahr, weil ihr Immunsystem im Zuge der Primärerkrankung geschwächt und der Organismus anfälliger für jede Art von Viren und Bakterien ist. Umso wichtiger sei, dass im Krankenhaus besonders gut auf die Hygiene geachtet werde.
