In deutschen Haushalten leben 22 Millionen Haustiere. Das Zusammenleben mit Haustieren hat viele positive Effekte auf die körperliche und psychische Entwicklung eines Menschen, gerade bei Kindern, aber auch bei älteren Menschen. Menschen, die mit Haustieren zusammenleben, sind glücklicher und haben möglicherweise eine höhere Lebenserwartung. Schon die mittelalterliche Mystikerin Hildegard von Bingen lehrte: „Gib dem Menschen einen Hund, und seine Seele wird gesund.“

Allerdings kann das Zusammenleben mit Haustieren auch die Gesundheit beeinträchtigen, es kann zu Infektionen, Biss- und Kratzverletzungen oder Allergien kommen. Die wichtigsten Überträger von Infektionen sind die beliebtesten Haustiere wie Katzen und Hunde, aber auch Meerschweinchen, Goldhamster, Kaninchen, Ratten, Reptilien und sogar Fische können Infektionen übertragen. Die Tiere sind in der Regel nicht krank, sondern nur mit dem Erreger besiedelt, der zur normalen Bakterienflora des Tieres gehört, bei Menschen jedoch Erkrankungen auslösen kann.

Etwa zehn Prozent aller menschlichen Salmonellen-Erkrankungen, die mit Durchfall einhergehen, sind auf direkten Kontakt mit Salmonellen ausscheidenden Hunden, Katzen und insbesondere Reptilien zurückzuführen. Die Krankheitserreger werden entweder durch direkten Kontakt mit dem Tier oder indirekt übertragen, zum Beispiel über mit Kot oder Urin verschmutze Terrarien oder Aquarien. Auch bei Tierkontakten in Streichelzoos, auf Tierausstellungen oder beim Urlaub auf dem Bauernhof kann es zu Übertragungen der Erreger kommen.

Die Übertragung erfolgt meist über den Mund oder die Haut, insbesondere bei bestehenden Hautwunden oder durch Biss- oder Kratzverletzungen. Seltener werden die Erkrankungen durch Inhalationen übertragen. Die Infektionen können auf die Haut oder den Darm beschränkt bleiben, sich jedoch auch bis zu einer Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung ausbreiten. Kinder können sich schon während der Schwangerschaft oder der Geburt infizieren.

Insbesondere infektionsgefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder sowie ältere Menschen, also Personen mit einem nicht ausgereiften oder altersbedingt schwächer werdenden Immunsystem. Auch Patienten mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten sind gefährdet.

Gerade Kinder bedenken oft nicht die notwendigen Hygienemaßnahmen: Nach dem Füttern mit der Hand oder Streicheln Hände nicht in den Mund nehmen oder an die Augen fassen, vor dem Essen immer Hände waschen, sich nicht vom Tier über das Gesicht oder über Wunden lecken lassen, das Tier nicht küssen und Tiere nicht mit ins Bett nehmen. Haustiere sind vom Tierarzt regelmäßig zu impfen und zu entwurmen. Bei Erkrankung des Tieres ist der Tierarzt aufzusuchen.

Wichtig ist bei Infektionserkrankungen, daran zu denken, dass die Infektion von einem Haustier übertragen worden sein könnte. Bei rechtzeitiger Diagnostik und Therapie haben haustierübertragene Infektionen in der Regel eine gute Prognose.