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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Wenn jeder Atemzug zur Qual wird

04.11.2017

Göttingen /Weimar Wenn die Nase trieft, ist das nervig. Manchmal vermisst man die laufende Nase aber geradezu – wenn der Schleim festsitzt und sich die Nebenhöhlen entzünden. Jeder Atemzug wird dann zur Qual, der Geruchssinn ist dahin und das Gesicht schmerzt. Dazu kommen manchmal Kopfweh und Fieber. In vielen Fällen helfen gegen die Sinusitis Geduld und Medikamente. Aber was, wenn nicht?

Mediziner unterscheiden zwischen einer akuten und einer chronischen Sinusitis. Mit der chronischen Form haben Betroffene länger als zwölf Wochen zu kämpfen. Laut Achim Beule, leitender Oberarzt in der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Münster, sind etwa elf Prozent der Deutschen betroffen. Die akute Form ist häufiger und dauert höchstens zwölf Wochen. Bei 60 bis 80 Prozent der Betroffenen heilt sie unter medikamentöser Therapie innerhalb von zwei Wochen.

Medikamentöse Therapie – das meint zum Beispiel abschwellende Nasensprays, wie Stefan Fink, Vorstandsmitglied des Deutschen Apothekerverbandes, sagt. Aber: Diese sollte man nicht länger als sieben Tage verwenden, weil sie zu einem Gewöhnungseffekt führen können und langfristig die Nasenschleimhaut schädigen.

Ein einfaches Hausmittel ist, ausreichend zu trinken. Zwei bis drei Liter täglich helfen, den Schleim zu verflüssigen. Gleiches gilt für Wärme, etwa in Form einer Rotlichtlampe. Fink empfiehlt Betroffenen außerdem zu inhalieren. Das Wasser sollte 70 bis 80 Grad warm sein. Hilfreich kann eine Nasendusche sein. Dabei wird der Nasenraum mit einer Kochsalzlösung ausgespült. Auch pflanzliche Mittel zum Einnehmen etwa Destillate aus Eukalyptus, Myrte oder Thymian sowie Extrakte aus Enzian, Primel und Eisenkraut können schleimlösend und entzündungshemmend wirken.

Wenn die Erkrankung länger anhält oder besonders schlimm ist, bekommen die Patienten in der Regel ein kortisonhaltiges Nasenspray. Antibiotika kommen zum Einsatz, wenn sich Bakterien ansiedeln.

Helfen all diese Maßnahmen nicht, kann es sein, dass ein anatomisches Problem hinter der Dauerentzündung steckt: Eine verschobene Nasenscheidewand oder gutartige Wucherungen in der Nase – sogenannte Polypen – hindern den Schleim manchmal am Abfließen. Dann kommt eine Operation infrage.

Bevor sie sich gleich unters Messer legen, sollten Patienten überlegen, die Meinung eines zweiten Arztes einzuholen, empfiehlt Prof. Leif Erik Walther, Experte des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte. „Ein solcher Eingriff ist nicht ungefährlich und gehört in die Hand eines erfahrenen HNO-Chirurgen, um Komplikationen zu vermeiden.“

Entscheiden sich Arzt und Patient für eine Operation, werden die betroffenen Stellen zunächst per Computertomografie abgebildet. So kann der Arzt genau sehen, was den Schleim am Abfließen hindert. Anschließend wird die Abbildung in einen PC eingelesen, um dem Operateur die Navigation zu erleichtern.

Bei dem Eingriff entfernt der Arzt die Polypen oder begradigt die Nasenscheidewand. Eine solche OP dauert zwischen 30 Minuten und vier Stunden und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Fünf von 1000 Operierten erleiden eine ernsthafte Komplikation, mehr als 80 Prozent haben einen Nutzen, erläutert Bauer.

Meistens bleiben die Patienten nach der OP vier bis fünf Tage im Krankenhaus. Eine Tamponade in der Nase soll währenddessen Nachblutungen verhindern. Hinterher wird man in der Regel für zwei bis drei Wochen krankgeschrieben.

Ist die Nase dicht, verschaffen abschwellende Nasensprays Erleichterung. Sie sollten maximal eine Woche lang zwei- bis dreimal pro Tag angewendet werden, empfiehlt die „Apotheken Umschau“.

Vor dem Sprühstoß putzt sich der Betroffene am besten noch mal die Nase. Nun je einen Sprühstoß in jedes Nasenloch geben und dabei durch die Nase einatmen. Das Mittel einwirken lassen, bevor man erneut zum Taschentuch greift.

Nach jeder Anwendung sollte der Sprühkopf mit einem frischen Taschentuch gesäubert und anschließend wieder verschlossen werden.

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