Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Halsbeschwerden Wenn der Kloß nicht verschwinden will

Melanie Jülisch

Oldenburg - Gerade wenn ein Auftritt hundertprozentig gelingen soll, kann es sein, dass die Stimme versagt. Zumeist ist dann die ungewohnte Aufregung im Spiel, die dafür sorgt, dass man bei einer Rede oder einem Vortrag so ganz anders klingt als sonst: Eine besonders starke emotionale Regung schnürt einem quasi die Kehle zu. Manche Menschen haben jedoch dauerhaft das Gefühl, einen richtigen Kloß im Hals („Globussyndrom“) zu haben. Um eine organische Ursache für diese Beschwerden auszuschließen, beispielsweise eine vergrößerte Schilddrüse, sollte ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden. Stellt dieser fest, dass alles in Ordnung ist, können auch Verspannungen der Grund sein. „Menschen mit Halsproblemen haben sehr oft auch eine erhöhte Spannung im Nacken und /oder im Kiefer oder Atemstörungen“, schreiben Heilpraktikerin Renate Bruckmann und Tilo Mörgen in ihrem Buch „Kloß im Hals“ (Knaur Menssana). Die beiden arbeiten als Pohl-therapeuten in ihrer Praxis für alternative Schmerzbehandlung in Saarbrücken.

Ist das psychisch?

Findet sich also keine organische Ursache für diverse Missempfindungen, liegt oft der Verdacht nahe, dass es sich um psychosomatische Beschwerden handelt – gerade weil sehr viele Betroffene den Eindruck haben, unter Stress verschlimmere sich ihre Situation. Engegefühl, kratzige Stimme, Druckgefühl, Hustenreiz, chronische Halsschmerzen oder gar Übelkeit können zu diesen störenden Wahrnehmungen gehören. Oftmals liege dies jedoch daran, dass sich in Stresssituationen eben auch die Muskeln verspannen – was wiederum die Beschwerden verstärken könne. „Bei verspannten Halsmuskeln sind all diese Empfindungen und funktionellen Störungen richtig und erklärbar: Die verhärteten Muskeln und Faszien erzeugen Druck und Enge im Hals und erschweren tatsächlich die Halsbewegungen wie das Sprechen, Schlucken und Atmen“, so Renate Bruckmann und Tilo Mörgen.

Die Muskeln lockern

Mit sieben Wirbeln, Gelenken, Bandscheiben und Muskeln ist die Halswirbelsäule der flexibelste Teil der Wirbelsäule. Oft vergessen wir jedoch, dass die Muskeln sich nicht nur am Hals, sondern auch im Hals befinden, ansonsten wären Sprechen, Schlucken und Atmen gar nicht möglich. Gerade wenn der Kopf sich dauerhaft in einer Fehlstellung befindet, kann dies zu einer Überlastung der Halsmuskeln führen.

Die Autoren empfehlen, bewusst hineinzuspüren, wie sich der Hals bei stark gerundetem Rücken anfühlt: „Überprüfen Sie, wie Sie atmen können und wie Ihr Hals sich anfühlt, wenn Sie sich ganz krumm machen und extrem nach unten schauen. Nehmen Sie wahr, wie vorn alles zusammengedrückt wird? Eine Enge entsteht und das Schlucken schwieriger wird?“ Manchmal kann es schon helfen, loszulassen. Viele Menschen pressen beispielsweise dauerhaft und unbemerkt die Zunge gegen den Gaumen – ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. Dies erzeugt auch eine Dauerspannung in der Rachenmuskulatur. Hier hilft es, die Zunge bewusst locker zu lassen.

Häufiges Räuspern

Wer einen Kloß im Hals hat oder andere Missempfindungen verspürt, der räuspert sich oft ganz automatisch – und bemerkt es meist gar nicht. „Genau wie beim Globusgefühl ist auch eine behinderte Bauchatmung Grund für Verspannungen im Hals und kann so den Drang auslösen, sich zu räuspern oder zu husten“, wissen Renate Bruckmann und Tilo Mörgen. Dabei sind Räuspern und Husten im Grunde sehr wichtige Reflexe, um die Atemwege freizumachen, beispielsweise wenn man sich an einem Kekskrümel verschluckt hat und dieser wieder hinausbefördert werden muss. Übrigens lässt sich die Bauchatmung ganz bewusst trainieren: Einfach auf den Rücken und die Hände auf den Bauch legen und bewusst tief einatmen, so dass der Bauch nach oben gedrückt und beim Ausatmen wieder nach unten gezogen wird. Ruhig mehrere Minuten diese entspannenden Momente genießen.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Dortmunds Karim Adeyemi (Mitte l) in Aktion. Der BVB setzt sich ein zweites Mal gegen Paris Saint-Germain durch und steht damit im Finale der Champions League.

SIEG GEGEN PARIS SAINT-GERMAIN Dortmund steht im Finale der Champions League

Heinz Büse Jan Mies
Paris
Ein Wahlplakat des sächsischen SPD-Spitzenkandidaten zur Europawahl, Matthias Ecke hängt an der Schandauer Straße im Stadtteil Striesen an einem Laternenmast. Der sächsische SPD-Spitzenkandidat zur Europawahl, Matthias Ecke, ist beim Plakatieren im Dresdner Stadtteil Striesen angegriffen und schwer verletzt worden. Beim Befestigen von Wahlplakaten am späten Freitagabend schlugen vier Unbekannte auf den 41-Jährigen ein, wie Polizei und Partei am Samstag mitteilten.

SCHUTZ VON POLITIKERN Innenminister wollen schärfere Strafen prüfen

Dpa
Potsdam
Sie geben Orientierung im Evangelischen Krankenhaus (v.l.) Andreas Hoppe, Elli Fitzner, Gertrud Wessel-Terharn und Pastorin Anke Fasse.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS IN OLDENBURG Sie geben Orientierung und Sicherheit im Krankenhaus-Dschungel

Anja Biewald
Oldenburg
Kommentar
Oliver Braun

ZUR ABSAGE DES DEMOKRATIEFESTES IN SCHORTENS Ideologiebefreit Probleme lösen

Oliver Braun
Verfolgt seinen Plan: Oldenburgs Cheftrainer Pedro Calles (links) spricht mit Deane Williams.

VOR AUSWÄRTSSPIEL IN ULM Baskets-Coach Pedro Calles blendet Rennen um Platz acht aus

Niklas Benter
Oldenburg