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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Das Leben nach dem Schlaganfall

09.10.2019

Harpstedt „Wir wollen nicht immer nur über die Krankheit sprechen“, betont Hannelore Niemann aus Harpstedt. Die 59-Jährige hat eine Selbsthilfegruppe für Schlaganfallpatienten und Angehörige in Harpstedt gegründet. Und der Bedarf war da: Gleich 18 Betroffene fanden sich beim ersten Treffen im Mai zusammen. Um eben nicht immer nur über die Krankheit zu sprechen, spielen sie zum Beispiel gemeinsam.

Der Tag, der für Hannelore Niemann alles veränderte, war der 30. März 2017. Sie wachte nachts mit Schmerzen auf, dachte sich zunächst aber nichts weiter dabei. Als sie am späten Nachmittag des folgenden Tages auf Anraten einer Freundin zum Arzt ging, konnte sie die Diagnose kaum glauben. „Ein Schlaganfall?“ Doch es bestätigte sich.

Danach begann eine schreckliche Zeit, sagt die jetzt 59-Jährige. Sie habe sehr wenig Geld zum Leben gehabt, keiner habe sich verantwortlich gefühlt. Hinzu kommt: Vorher immer eine selbstständige, berufstätige Frau, braucht sie nun viel Hilfe: „Jetzt bin ich abhängig.“ Arbeiten könne sie gar nicht mehr und auch zum Beispiel beim Ausfüllen von Papieren sei sie auf die Hilfe ihrer Schwester angewiesen.

Was es besonders schwierig für Hannelore Niemann macht: Äußerlich sieht man ihr den Schlaganfall nicht an, er hatte bei ihr vor allem Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten. „Viele sagen zu mir: ,Sei doch froh, dass du nicht im Rollstuhl sitzt’“, erzählt sie. Aber dass es bei ihr eben im Kopf nicht mehr so funktioniere wie vorher, verstehen viele nicht.

Auch für Angehörige ist es eine schwierige Situation, weiß ihre Schwester Margita Winter: „Ich habe oft das Gefühl, ich müsste mehr machen.“ Was für sie besonders erschütternd war: wie wenig Nachsorge es für Schlaganfallpatienten gebe.

„Meine Schwester hilft mir sehr“, sagt Hannelore Niemann sichtlich bewegt. Dennoch sei es eben schwierig für sie, sich in Niemanns Lage zu versetzen. Daher entstand die Idee für die Gruppe. „Ich möchte für die Leute einstehen, mich einsetzen“, sagt Hannelore Niemann. In der Gruppe treffen sich nun andere Betroffene, Patienten wie Angehörige, die die Situation der Schwestern verstehen und Ähnliches durchmachen.

Hilfe bei der Gründung erfuhr Hannelore Niemann von Rita Rockel von der Selbsthilfekontaktstelle des Landkreises. Nun tauscht sich die Gruppe immer am zweiten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr in der Begegnungsstätte Harpstedt aus. Mittlerweile seien sie etwa 20 Mitglieder.

Um mit noch mehr Betroffenen ins Gespräch zu kommen, hat Hannelore Niemann für den kommenden Donnerstag, 10. Oktober, ein gemeinsames Treffen mit den Selbsthilfegruppen aus Wildeshausen und Ganderkesee organisiert.

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Jana Budde Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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