HASELüNNE - Erste Anzeichen für die schwere Erkrankung hatten sich bei Prekel vor knapp 18 Jahren praktisch über Nacht eingestellt. „Als ich morgens wach wurde, waren meine Lymphdrüsen am Hals plötzlich stark angeschwollen“, erinnert sich der junge Mann aus dem emsländischen Haselünne. Der Hausarzt und ein onkologischer Facharzt empfahlen weitere Untersuchungen in der Kinderkrebsklinik des Universitätsklinikums Münster. Dort bestätigte sich der Verdacht, dass Prekel an dem vor allem im Kindesalter sehr seltenen Lymphdrüsenkrebs erkrankt war. „Das war für mich und meine Eltern natürlich ein großer Schock. Damit hatte ja niemand gerechnet.“
Sieben Monate Therapie
An die Behandlungszeit kann sich der junge Mann auch nach etwa 18 Jahren noch genau erinnern. Als er an seinem ersten Tag in der Kinderklinik mit anderen jungen Krebspatienten in Kontakt kam, denen es zum Teil deutlich schlechter ging, sei er „schon ziemlich erschüttert“ gewesen. Es folgten rund sieben Monate Therapie mit zum Teil sehr hohen psychischen und körperlichen Belastungen – unter anderem durch die für die Krebsbekämpfung notwendige Strahlen- und Chemotherapie.
Die Strecke von Haselünne nach Münster und zurück sei für ihn und seine Eltern seinerzeit eine fast tägliche Pflicht gewesen, da die Behandlung zu einem großen Teil ambulant erfolgt sei. Genau das sei für ihn aber auch eine wichtige Voraussetzung gewesen, um mit der Erkrankung fertig werden zu können: „Ich konnte auch in dieser schweren Zeit regelmäßig auf dem Pferd sitzen. Das Reiten und der Umgang mit den Tieren haben mir die nötige Kraft gegeben.“
Sehr wichtig sei für ihn nicht zuletzt die kindgerechte und kompetente Behandlung in der Kinderkrebsklinik gewesen. „Pfleger und Ärzte haben alles für die kleinen Patienten getan. Mit ihrer Hilfe bin ich wieder gesund geworden. Dafür bin ich noch heute dankbar“, betont der erfolgreiche S-Springreiter.
Erfolgreich im Sattel
Schon wenige Jahre nach der erfolgreichen Krebstherapie war Prekel als Jugendlicher mehrfach in den Bundeskader der Ponyreiter berufen worden. Auch als Senior war der mit dem goldenen Reitabzeichen ausgezeichnete Haselünner bei etlichen Springprüfungen der höchsten Kategorie ganz vorn platziert – unter anderem bei internationalen, mit allen Top-Stars besetzten Turnieren wie den „Bremen Classics“.
Sein sicher schönstes Turnier hat Ralf Prekel vor knapp zwei Wochen selbst organisiert. Auf der Reitanlage des Reit- und Fahrvereins Haselünne hatte er zu einem dreitägigen Benefiz-Springturnier zugunsten der Kinderkrebshilfe eingeladen. Die Reitsportler und viele Helfer aus der Region zeigten dabei ein Herz für Kinder. Mit dabei waren zum Beispiel aktuelle Spitzensportler wie Rene Tebbel, Janne-Friederike Meyer und Mario Stevens. Mit Gilbert Böckmann ließ es sich auch der amtierende Drittplatzierte der auch als Formel 1 der Springreiter bezeichneten „Riders Tour“ nicht nehmen, mit Top-Pferden für den guten Zweck an den Start zu gehen. Vom Parcoursbauer bis zu den Wertungsrichtern verzichteten die Beteiligten auf Bezahlung. Die Aktiven spendeten die gewonnenen Preisgelder weitgehend für die gute Sache. Zudem wurde die Benefiz-Veranstaltung von zahlreichen Sponsoren unterstützt.
Alles in allem kam so ein Scheck von 40 000 Euro zusammen, über den sich die kleinen Patienten der Kinderkrebsklinik in Münster freuen können. Prekel bleibt trotz dieses wohl größten Sieges in seiner Sportkarriere zurückhaltend: „Ich möchte damit einfach nur Danke schön sagen und etwas an diejenigen zurückgeben, die mir damals geholfen haben.“
Christian Wulff (CDU) hatte die Schirmherrschaft für die Benefiz-Veranstaltung übernommen. Die besten Wünsche für das Gelingen der Hilfsaktion überbrachte für die Landesregierung auch der Staatssekretär im Niedersächsischen Agrarministerium, Franz-Josef Ripke, der als einer von zahlreichen Ehrengästen nach Haselünne gekommen war. Mehrere hundert Besucher freuten sich an den drei Turniertagen nicht zuletzt über das gute sportliche Niveau. Im Mittelpunkt habe bei allem sportlichen Ehrgeiz stets die Hilfe für die krebskranken Kinder gestanden, freut sich Veranstalter Ralf Prekel. Hier haben letztlich alle Beteiligten gewonnen.
auf der Anlage seines Heimatvereins sollte eigentlich eine einmalige Aktion sein. „Der Erfolg war aber so groß, dass ich mir in zwei oder drei Jahren eine weitere Hilfsaktion vorstellen kann“, so Prekel. Nicht zuletzt hätten ihn auch die beteiligten Top-Reiter dazu ermutigt: „Einige haben schon signalisiert, dass sie eine solch gute Sache gern wieder unterstützen würden.“
