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Hashimoto Eine Erkrankung, tausend Symptome

Melanie JÜlisch

Aus heiterem Himmel wurde die junge Mutter zweier Kinder aus ihrem Alltag katapultiert. Die Diagnose: Hashimoto, eine Funktionsstörung der Schilddrüse. Die Folge: eine Odyssee von Arzt zu Arzt, Psychologen und anderen Therapeuten. Erst das Zusammentreffen mit einer Berliner Spezialistin brachte ihr die für sie passende Hilfe. „Dr. Simone Koch ist ebenfalls ein ,Hashi‘, so dass ich mich gleich sehr gut aufgehoben gefühlt habe.“ Ein aus dem Sport stammender Leitspruch der beiden Frauen: Trainiere Deinen Geist und der Körper wird folgen. „Ist man mental stark, positiv und in seiner Mitte, findet man eher die Kraft, mit weniger Beschwerden oder vielleicht sogar ganz beschwerdefrei zu leben.“

Kampf gegen das eigene Gewebe

„Bei der Hashimotothyreoiditis richtet sich der autoimmune Angriff gegen das Gewebe der Schilddrüse“, so Dr. Simone Koch. Im Wesentlichen werden drei Antikörper gegen das eigene Gewebe gebildet: den Thyreoglobulin-Antikörper (TAK), den Thyroxinperoxidase-Antikörper (TPO-AK) und den TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK). Während sich TAK gegen das Transportprotein Thyreoglobulin richtet, gilt dies für TPO-AK gegen das Enzym Thyroxinperoxidase. TRAK hingegen wehrt sich gegen die Andockstellen für das Hypophysenhormon TSH an der Schilddrüse.

Die Schilddrüse als Masterorgan mit verschiedenen Hormonachsen hat enormen Einfluss auf das gesamte Geschehen in Körper und Geist. „Das Zusammenspiel von endokrinen Endorganen wie Schilddrüse, Eierstock und Nebennierenrinde, Hypophyse und Hypothalamus sorgt dafür, dass Dysbalancen bei nur etwas Sand im Getriebe des hormonellen Uhrwerks zu erheblichen Auswirkungen auf den ganzen Körper führen können.“ Die Folge: unzählige Symptome, denn die Schilddrüse ist zuständig für die Feinabstimmung des Stoffwechsels. Funktioniert dieser nicht wie gewohnt, können Phasen gefühlter Überstimulation mit innerer Unruhe, Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen mit Phasen tiefer Erschöpfung, Frieren und Antriebslosigkeit abwechseln.

Kleine Helfer im Alltag

Vieles hat Yavi Hameister, die gemeinsam mit Dr. Simone Koch ein Buch über ihre Erfahrungen geschrieben hat, ausprobiert. Gegen das ständige Frieren, das auf einer durch die Schilddrüsenerkrankung bedingten niedrigen Körpertemperatur beruht, helfen beispielsweise regelmäßige Saunagänge. Auch der chronischen Erschöpfung, der so genannten Fatigue, könne man nur mit einer gewissen Disziplin begegnen – auch, um aufgrund des geringeren Kalorienverbrauchs eine Gewichtszunahme zu verringern oder ganz zu verhindern. „Die permanente Müdigkeit führt zu dem Gefühl, sich schonen zu müssen, wodurch zum einen der Energieverbrauch weiter drastisch sinkt und zum anderen leider die Fatigue eher schlimmer statt besser wird“, so Yavi Hameister. Stressreduktion, Yoga, ein verändertes Ernährungsverhalten auch mit Blick auf eine verbesserte Darmgesundheit – all dies kann oftmals auch dazu beitragen, besser mit der Erkrankung und ihren Symptomen umzugehen. „Dabei sollte man jedoch nie vergessen, auf seine ganz eigenen Bedürfnisse zu achten. Nur so kann es mit den neuen Gewohnheiten klappen.“ Selbstverständlich spielt auch eine weitere gute Betreuung durch den Fach- oder Hausarzt eine wichtige Rolle. Denn nur wenn regelmäßig Laboruntersuchungen stattfinden und die Medikation mit Schilddrüsenhormonen optimal eingestellt ist, können ergänzende Maßnahmen ihre volle Wirkung entfalten.

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