Von Klaus Hilkmann
Frage:
Warum sind Sie in der Palliativmedizin tätig?Dr. Seeber:
Wir haben es in der Praxis häufig mit Patienten zu tun, bei denen Heilung nicht mehr möglich ist. Für diese Patienten kann die Palliativmedizin sehr wichtig sein, weil sie auch Fragen zulässt, die in der kurativen Medizin scheinbar nur einen untergeordneten Stellenwert haben. Mit Hilfe der Palliativmedizin ist es möglich, den Patienten eine lange Lebensqualität zu erhalten.Frage:
Wie hoch ist der medizinische Stellenwert?Dr. Seeber:
Das Ganze ist eine Medizin, bei der es sich um die bestmögliche Behandlung schwerster Symptome handelt. Dabei geht es etwa um Schmerzen, Schwindel, Erbrechen, Übelkeit und Luftnot. Weil die Kollegen die Krankheitsgeschichte in der Regel am besten kennen, ist hier vor allem die Betreuung durch den Hausarzt sehr wichtig. Es geht darum, die zum Teil sehr heftigen Beschwerden der chronisch erkrankten Patienten deutlich zu lindern – möglichst ohne, dass sie ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen. Die durch den Palliativ-Stützpunkt geschaffene Vernetzung ermöglicht eine interdisziplinäre Behandlung.Frage:
Wie funktioniert die Palliativ-Ausbildung?Dr. Seeber:
In der Regel ist der Hausarzt als erster Anlaufpunkt besonders gefragt. Es gibt bereits einige Kollegen, die mitmachen. Es könnten aber noch mehr sein. Die Ausbildung in Theorie und Praxis ist mit einer Schulung im Krankenhaus verbunden und kann als Zusatzausbildung zu einer bereits vorhandenen Facharztausbildung in zwei Jahren absolviert werden.Frage:
Können Sie sich die oft zeitaufwendige PalliativBehandlung im wahrsten Sinne des Wortes leisten?Dr. Seeber:
Eigentlich nicht, weil die aus medizinischer Sicht dringend notwendigen Leistungen nicht adäquat vergütet werden, was für eine Arztpraxis, die ja auch ein Unternehmen ist, natürlich ein Problem darstellt. Letztlich ist das eine Abwägungsfrage zwischen ethischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Ich habe diese Frage für mich klar entschieden.Der Oldenburger Hausarzt Dr. Uwe Seeber (Bild) ist Gründungsmitglied und Kooperationspartner des Palliativ-Stützpunktes Oldenburg.
