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Wohlbefinden Heiß und kalt: Das hält uns fit

Melanie Jülisch
Schön warm einpacken: Nach dem kalten Fußbad ist das ein wohltuendes Muss.

Schön warm einpacken: Nach dem kalten Fußbad ist das ein wohltuendes Muss.

Pexels

Oldenburg - Kälte härtet ab. Das wussten schon unsere Großmütter und Großväter. Und wer aus der wohlig warmen Wohnung in die klirrende Kälte nach draußen tritt, der spürt automatisch einen Frischekick. Schon nach ein paar Schritten durch die klare Winterluft sind die gröbsten Spuren von Müdigkeit und Antriebslosigkeit verschwunden. Kein Wunder, dass es derzeit einen regelrechten Hype um die positiven Effekte besonders niedriger Temperaturen gibt – der Besuch in der Kältekammer oder das knackige Bad im eiskalten See sollen wahre Jungbrunnen sein. Das ist aber eher etwas für die Hartgesottenen unter uns und sollte am besten vorher mit einem Arzt abgestimmt werden und bei Ungeübten immer unter Aufsicht stattfinden.

Um das Immunsystem in Schach zu halten, ist dieser Wechsel von Kälte und Wärme nicht zu unterschätzen. Dafür reicht schon besagter Spaziergang aus. Aber es gibt auch noch weitere Möglichkeiten, Heißes und Kaltes miteinander zu verbinden.

Kleiner Wachmacher für zwischendurch

Gut gegähnt ist halb geweckt: Nicht nur der natürliche Reflex ist hiermit gemeint, sondern auch das bewusste Gähnen in der Mittagspause oder während einer schwierigen Aufgabe am PC, denn intensives Gähnen bedeutet eine Extraportion Sauerstoff.

Um den Reflex auszulösen, imitieren Sie es einfach sechs- oder siebenmal hintereinander „Ungefähr nach dem fünften Mal, wenn Sie geübter sind, auch schon früher, kommt es zu einem ,echten‘ Gähnen“, weiß Dr. Franziska Rubin.

Ganz schön entspannt: Nach Angaben des US-amerikanischen Hirnforschers Andrew Newberg wird dadurch im Gehirn die Produktion der Aminosäure 5-Hydroxy-Tryptophan angeregt, eine Vorstufe der Botenstoffe Serotonin und Melatonin. Sie haben einen positiven Einfluss auf unsere Stimmung, machen wach und sorgen gleichzeitig für Entspannung, was zusätzlich einen guten Schlaf fördert.

Klassiker Wechselduschen

Sie bringen den Kreislauf gehörig auf Trab – und das am besten gleich am frühen Morgen direkt nach dem Aufstehen: Wechselduschen genießen seit Pfarrer Kneipp (1821 bis 1897) einen sehr guten Ruf. „Dass regelmäßige kalte Wasseranwendungen heilsam wirken, ist mittlerweile gut belegt. Sie stabilisieren den Blutkreislauf, können den Blutdruck normalisieren und regen den Stoffwechsel sowie das Immunsystem an und energetisieren damit“, weiß Medizinerin und Buchautorin Dr. Franziska Rubin („7 Minuten am Tag – Endlich kraftvoll und gelassen“ und ergänzend dazu die „Erste-Hilfe-Box für die Seele“, beides Knaur Menssana). Hat man nicht immer Zeit für mehrere Gänge einer heiß-kalten Wechseldusche, dann reicht das abschließende Abbrausen mit kühlem Wasser aus: zunächst das rechte, dann das linke Bein und dann den rechten Arm, am Schluss den linken (ebenso wie bei der Wechseldusche). Auch ein abschließender kalter Gesichtsguss (oder einfach mal zwischendurch) fördert den Energiefluss. „Für einen gebundenen weichen Strahl schrauben Sie den Brauseaufsatz der Handdusche ab. Führen Sie den Schlauch mit dem kalten Wasser dreimal von der rechten Schläfe zum rechten Kinn, dann über die Stirn zur linken Seite. Hier ebenso verfahren. Abschließend duschen Sie noch den Hals kalt ab“, empfiehlt Dr. Rubin.

Besser durchblutet

Für eine Studie der Uni Essen wurde das kalte Abbrausen noch durch einen Zungenschaber (Drogerie) ergänzt, der im Ayurveda fester Bestandteil der Tagesroutine ist und nach dem morgendlichen Zähneputzen viele Keime entfernen kann. Das messbare Ergebnis kalter Güsse und des Einsatzes eines Zungenschabers: „Schon nach einer Woche wiesen die Probanden 25 Prozent mehr schützende Immunglobuline (Abwehrzellen) auf als vorher“, so Dr. Rubin. Insbesondere in der Schleimhaut von Mund, Nasen und Rachen sowie im Speichel können sie Erreger von Husten, Schnupfen und anderen Atemwegsinfekten gleich bei ihrer Ankunft abwehren. „Die Forschenden führen den Effekt auf die verstärkte Durchblutung aufgrund des Kaltwasserreizes zurück. Zuerst ziehen sich die Blutgefäße zusammen, und dann weiten sie sich. Und je besser Mundhöhle und Nase durchblutet sind, desto mehr von den körpereigenen Schutzstoffen werden dort gebildet“, erklärt die Ärztin.

Das Wechselfußbad

So ein kleines Bad ist ideal, um morgens in die Gänge zu kommen oder abends zu entspannen – funktioniert auch vor dem Fernseher oder bei einem guten Buch. Hierfür eine passende Wanne mit kaltem (bis 18 Grad) und eine mit warmem Wasser (36 bis 38 Grad) füllen. Dann geht es für etwa fünf Minuten ins warme Wasser, danach für 10 bis 15 Sekunden ins kalte. Noch einmal wiederholen und mit kaltem Wasser enden. Die Füße gut abtrocknen, eincremen, dicke Socken drüber und vielleicht noch ein wenig Fußgymnastik oder eine kleine Massage folgen lassen.

Ab in die Sauna

Wer das gesundheitsfördernde und aktivierende Zusammenspiel von heißen und kalten Temperaturen verstärkt nutzen will, dem bietet sich der regelmäßige Gang in die Sauna. Durch das Schwitzen und die anschließende Abkühlung wird nicht nur das gesamte Herz-Kreislauf-System gestärkt, auch die Haut, das Immunsystem und die Atemwege profitieren davon. Außerdem werden diverse Abfallstoffe des Körpers einfach ausgeschwitzt. Zudem ist Wärme dafür bekannt, Verspannungen zu lösen – was in der Sauna ganz nebenbei geschieht.

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