Was sich zwischen den Ohren im Gehirn abspielt, ist auch für einen Tinnitus wichtig. Bei vielen Betroffenen korrespondiert die Erkrankung mit einer Depression Entsprechend gefragt war Prof. Dr. Rene Hurlemann bei vielen Besuchern:

Welche psychischen Symptome können mit einem Tinnitus verbunden sein?

HurlemannEin Tinnitus kann sowohl als Begleiterscheinung einer Depression entstehen wie auch selbst psychische Störungen auslösen. Viele Tinnitus-Betroffene sind zutiefst verzweifelt, weil das unerträgliche Ohrgeräusch einfach nicht verschwindet. Oft leben sie zudem mit der dauernden Angst, dass sich der Tinnitus durch bestimmte Alltagssituationen weiter verschlimmert.

Gibt es neue Therapien?

HurlemannJa. Bei der Behandlung von Depressionen haben wir zum Beispiel mit der transkraniellen Magnetstimulation sehr vielversprechende Erfahrungen gemacht. Das schonende Verfahren bewirkt eine Verbesserung der Stimmung und könnte möglicherweise auch in der Tinnitus-Therapie angewendet werden.

Ich leide als Tinnitus-Betroffene auch unter einer schweren Depression. Komme ich in eine geschlossene Abteilung, wenn ich Hilfe in der Klinik suche?

HurlemannNein, wir haben in der Karl-Jaspers-Klinik auch nicht-stationäre Bereiche für Menschen eingerichtet, die nicht akut suizidgefährdet sind. Allerdings ist der Andrang in Folge der Corona-Pandemie derzeit so groß wie nie zuvor, so dass es mitunter leider eine lange Warteliste gibt. Wir haben aktuell das Problem, dass wir einfach weniger Personal und mehr Patienten haben. Falls Sie akute Hilfe benötigen, können sie mich aber gern persönlich nach der heutigen Veranstaltung ansprechen.