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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

lesertelefon: Ein wichtiges Grundbedürfnis von Kindern

16.10.2021

Im Nordwesten „Wir alle tragen dazu bei, Deutschland stillfreundlicher zu machen“, so das Fazit des Lesertelefons anlässlich der Weltstillwoche 2021. Die positiven Effekte des Stillens für Kind und Mutter liegen klar auf der Hand, doch bei der Entscheidung fürs Stillen zählt neben Argumenten auch die Unterstützung, auf die werdende und junge Mütter zurückgreifen können. Im gesellschaftlichen Umfeld, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz und in der Partnerschaft helfen mehr Wissen übers Stillen und stillfreundliche Rahmenbedingungen, Frauen den Rücken zu stärken. Wie dies gelingen kann, darüber sprachen Expertinnen und Experten des Netzwerks Gesund ins Leben mit Leserinnen und Lesern in der Sprechzeit.

Reicht Stillen in den ersten Lebensmonaten tatsächlich aus? Prof. Dr. med. Michael Abou-Dakn: Im ersten halben Jahr brauchen die meisten Babys nur Muttermilch. Ihre Zusammensetzung liefert dem Baby die auf Wachstum und gesunde Entwicklung perfekt abgestimmten Nährstoffe. Und sie ist einfach praktisch: Hygienisch einwandfrei, richtig temperiert, kostet nichts, schnell und überall verfügbar. Babys, die ausschließlich gestillt werden, benötigen in dieser Zeit keine zusätzliche Flüssigkeit. Ist das Baby reif für Beikost, zeigt es das: Es öffnet den Mund, wenn ein Löffel kommt und verfolgt neugierig, wenn andere essen. Wichtig ist auch die motorische Entwicklung des Babys: Es kann den Kopf halten, mit Unterstützung aufrecht sitzen und schiebt den Brei nicht sofort wieder aus dem Mund heraus. Auch nach Einführung von Beikost bleibt Muttermilch eine wichtige Nahrungsquelle für das Kind und hat weiterhin positive Effekte für beide.

Müssen Babys immer sofort gestillt werden? Auch in der Nacht, auch im Bus? Lysann Redeker: Stillen nach Bedarf ist richtig, denn hungrige Babys können nicht warten. In den ersten Lebenswochen kann es sein, dass das Baby bis zu zwölfmal am Tag oder auch mehr gestillt werden möchte. Diese Phasen, in denen es gefühlt ständig trinken möchte, sind auch bekannt als „Cluster Feeding“. Sie sind normal und gehen wieder vorbei. Wenn ein Baby nachts häufig aufwacht, stellen sich viele Mütter die Frage, ob es Hunger hat. Dabei ist es normal, dass Babys nachts häufig aufwachen. Flaschengefütterte Babys schlafen nicht besser.

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Muss Stillen wirklich in der Öffentlichkeit geschehen? Können die Mütter nicht besser zu Hause stillen? Prof. Dr. phil. Claudia Hellmers: Stillen ist selbstverständlich – überall. Stillende Mütter sind Teil unserer Gesellschaft und sollen sich nicht verstecken müssen, wenn sie ein Grundbedürfnis ihres Kindes erfüllen. Ob ein Baby oder auch die Mutter Ruhe beim Stillen braucht, ist individuell und je nach Situation verschieden. Vielen Babys ist es egal, wo sie gestillt werden und ob es laut oder leise ist. Manche Babys mögen keine Stilltücher, wenn sie gefüttert werden. Die Mutter ist die Expertin und kann dies am besten einschätzen und entscheiden. Zeigen Sie der Mutter, dass sie willkommen ist, etwa indem Sie ihr in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Sitzplatz anbieten, sie anlächeln oder im Café unaufgefordert ein Glas Wasser reichen.

Meine Nachbarin stillt immer noch – warum brauchen Kleinkinder noch die Brust? Nora Imlau: Nicht jedes Kleinkind möchte noch gestillt werden. Viele Kinder sind hierzulande in diesem Alter abgestillt, und das ist völlig in Ordnung. Genauso in Ordnung ist es jedoch, wenn eine Mutter entscheidet, ihrem Kind länger die Brust zu geben. Denn die Stillzeit eines Kindes ist individuell unterschiedlich, und in vielen Ländern stillen Mütter ihre Kinder deutlich länger als in unserer Kultur üblich. Konkret heißt das: Lange zu stillen ist nicht weniger normal als kurz zu stillen, es ist für viele nur ein ungewohnter Anblick. Meine Frau bekommt bald ihr erstes Baby. Wie kann ich sie beim Stillen unterstützen? Lysann Redeker: Im Alltag spielen die Partner und die Partnerin, die Familie, aber auch der Freundeskreis eine wichtige Rolle, indem sie die Stillende entlasten, etwa durch Einkaufen, Putzen, Wickeln oder Spazierengehen. Allein schon Ihr Zuspruch und Ihre positive Einstellung geben Ihrer Partnerin Kraft. Auch wenn das Baby oft im Mittelpunkt steht: Vergessen Sie darüber nicht Ihre Partnerin und ihre Bedürfnisse. Insbesondere der Stillbeginn ist eine sensible Phase, in der Sie gefragt sind. Schenken Sie Ihrer Partnerin vor allem Ruhe und Zeit.

NWZonline.de/gesundheit
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