Dr. Gabriele Egert (Bild) ist Sprecherin der Multiple Sklerose (MS) Selbsthilfegruppe Oldenburg „und umzu“.
Bestimmt eine MS den Alltag?
EgertMS wird zu Recht auch als Krankheit der 1000 Gesichter bezeichnet, weil der Verlauf bei jedem Betroffenen sehr verschieden sein kann. Bei einem milden Verlauf vergehen oft mehrere Jahre ohne dass größere Einschränkungen auftreten. Es kann aber auch sein, dass man morgens nicht mehr ohne Hilfe aus dem Bett kommt, weil die Beschwerden zu stark sind. Möglich ist auch, dass man an einem Tag gut laufen kann und sich die Symptome über Nacht so stark verschlechtern, dass jede Bewegung mit großen Schmerzen verbunden ist.
Was bringt Ihnen die Gruppe?
EgertMan kommt mit Menschen zusammen, die selbst betroffen sind und verstehen können, was das Leben mit MS bedeutet. Auch wenn jeder mit anderen Symptomen zu tun hat, ist die Grunderkrankung immer die Gleiche. Man kann sich besser in den anderen hineinversetzen und nachempfinden, wie man sich zum Beispiel bei einem akuten Erkrankungsschub fühlt.
Wie funktioniert das konkret?
EgertWir können uns gegenseitig Tipps geben, etwa wenn es um Hilfsmittel oder Therapeuten geht. Zudem steht die Selbsthilfegruppe für den Notfall bereit. Es ist immer jemand für ein Telefongespräch erreichbar oder der sich auf den Weg zu einem persönlichen Treff macht. In unserer WhatsApp-Gruppe kann man einfach schreiben, wenn einen etwas besonders beschäftigt. Irgendjemand gibt immer sehr schnell eine Antwort.
