Von Klaus Hilkmann
Frage: Ist man den Erregern der Schuppenflechte auf der Spur?
Prinz: Für die Veranlagung zur Schuppenflechte sind bestimmte vererbte Gene verantwortlich. Inzwischen ist klar, dass nicht ein einzelnes Gen die Prädisposition für die Schuppenflechte definiert. Vielmehr führt die Kombination verschiedener Gene im Zusammenwirken mit Umgebungseinflüssen zum Ausbruch der Schuppenflechte.
Frage: Was weiß die Forschung über diese Gene?
Prinz: Man hat erst vor kurzem herausgefunden, dass bestimmte Gene bei jedem Menschen in unterschiedlichen Kopienzahlen vorliegen. Es kann also sein, dass ein bestimmtes Gen wegen der Vielzahl seiner Kopien für ein besonders hohes Erkrankungsrisiko sorgt.
Frage: Wird die Schuppenflechte bald heilbar sein?
Prinz: Man weiß schon heute, dass bei der Schuppenflechte ein Immunprozess zu entzündlichen Veränderungen in der Haut sowie im Bindegewebe- und Stützapparat führt. Letztlich ist das eine Reaktion des Immunsystems gegen körpereigene Bestandteile. Langfristig ist hier eine Impfung gegen die auslösenden Strukturen vorstellbar. Das setzt aber voraus, dass die Zielstrukturen der Immunantwort bekannt sind. Das ist bislang nicht der Fall.
Frage: Wie weit ist der Weg bis dahin noch?
Prinz: Ich denke, dass die Zielstrukturen in spätestens fünf Jahren identifiziert sein werden. Sobald das gelungen ist, liegen die Voraussetzungen für eine Hypersensibilisierung vor, mit der man die Immunantwort krankheitsspezifisch runterregulieren kann. Die Impfung ist kein Schutz vor dem erstmaligen Ausbruch der Schuppenflechte, wird in der Therapie aber sehr wertvolle Dienste leisten können.
Prof. Dr. Jörg Prinz (Bild) ist Lehrstuhlinhaber an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.
