Dr. Frieder Mauch (Bild) ist Vorsitzender der Kommission Rehabilitation der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellbogenchirurgie.

Wie wichtig ist die Mobilität nach einer Gelenkersatz-OP an der Schulter?

MauchDer Mobilitätserhalt ist nach der Operation extrem wichtig, weil die Mobilität letztlich vorgibt, in welcher Form und wann man mit dem neuen Schultergelenk in den Beruf und ins Alltagsleben zurückkehren kann. In der ersten Zeit – also für vier bis sechs Wochen – nach der OP sollte das Gelenk noch geschont werden. Die Übungen in dieser ersten Phase der Reha sollten von außen unterstützt werden und unter Anleitung eines Physiotherapeuten erfolgen. Später kann die Belastung moderat gesteigert werden.

Ist die Reha besonders aufwendig?

MauchDie Reha ist nicht umfangreicher als bei anderen Ersatzoperationen etwa an der Hüfte oder am Knie. Sie wird bei einem Gelenkersatz an der Schulter stufenweise aufgebaut und umfasst insgesamt drei bis vier Phasen.

Wie läuft die Reha ab?

MauchZu Beginn steht die Protektion des Gelenks im Vordergrund. Daran schließt sich eine frühe Kräftigungsphase an, bei der man behutsam beginnt, Alltagsverrichtungen in die Reha zu integrieren. Es folgt die späte Kräftigungsphase, die sich noch mehr an der jeweiligen Lebenssituation des Patienten orientiert. Am Ende der Reha sollte die Integration in den Beruf und – so weit wie möglich – die vor der OP gewohnten Aktivitäten erfolgen. Alles in allem dauert die Reha in der Regel 16 bis 20 Wochen. Mitunter kann dafür aber auch bis zu einem halben Jahr nötig sein.