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Neues Forschungsinstitut: Millionen für Oldenburg
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Aktualisiert vor 17 Minuten.

Bundesförderung
Neues Forschungsinstitut: Millionen für Oldenburg

NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

„Transidentität muss nicht therapiert werden“

06.11.2019
Frage: Es gibt eine Debatte um die sogenannte Konversionstherapie, eine umstrittene Therapie, bei der angeblich homosexuelle Neigungen verringert werden sollen. Was sagt die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität dazu?
Steenken: Diese Ansätze sollten in der Tat verboten werden. Wir begrüßen das geforderte Verbot. Das ist lange überfällig. Wir fürchten, dass durch die sogenannte Konversionstherapie Transidentität als Krankheit definiert wird oder in die Nähe zur Pädophilie gerückt wird.
Frage: Worin bestehen die Probleme von transidenten Menschen?
Steenken: Anfeindungen in der Gesellschaft, das sind unsere Probleme. Aber es gibt auch soziale Probleme: Obwohl es beruflich sehr erfolgreiche transidente Personen gibt, und transidente Menschen überdurchschnittlich intelligent und überdurchschnittlich qualifiziert sind, ist die Arbeitslosigkeit unter Transidenten sehr hoch: 21 Prozent. Dann gibt es zu wenige trans-erfahrene Psychotherapeuten, die sind aber notwendig und vorgeschrieben, wenn es um eine geschlechtsangleichende Operation geht. Und bei der gesundheitlichen Versorgung beruht alles auf Einzelfallentscheidungen der Krankenkassen. Noch mal zu den Anfeindungen: Man muss auch wissen, dass transidente Menschen in dem medizinischen Katalog der Krankheiten als geisteskrank klassifiziert sind.
Frage: Wie steht es im Alltag, wenn Sie sich um eine Stelle bewerben?
Steenken: Im öffentlichen Dienst ist es nahezu unmöglich, als transident Lebender unterzukommen. Man wird gefragt: Waren Sie schon einmal in psychologischer Behandlung? Und wenn man das bejaht, und nach der Begründung gefragt wird, muss man sagen: Weil ich es musste. Transidente Menschen werden aus ihrem bisherigen Leben herausgekantet. Und es steckt bei jedem eine lange Leidensgeschichte dahinter. Unsere Erfahrung aus der Selbsthilfearbeit: Wer einmal in dem Prozess ist, geht nicht wieder zurück.
Frage: In der Öffentlichkeit wird beim Thema Transidentität oft der Geschlechtsstatus assoziiert. Und es geht auch um die Zahl der Toiletten.
Steenken: Das ist ein großes Missverständnis. Wir wollen gar keine eigenen Toiletten. Wir wollen, dass die Toiletten ihre Geschlechtszuweisung verlieren und einfach als Toilette mit und ohne Sitzabteilung bezeichnet werden. Unabhängig davon: Für Behörden gibt es den Status männlich, weiblich, offen und divers. Der Status offen bedeutet, dass Kinder mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen auf die Welt gekommen sind. Divers bedeutet, dass sich jemand nicht auf ein Geschlecht festlegen muss. Eigentlich sollte das Geschlecht irrelevant sein. Das Problem fängt aber schon an, wenn jemand, der sich als divers verortet, ein Bankkonto führen will. Banken kennen nur weiblich oder männlich. Transidente Menschen haben es sehr schwer in der Gesellschaft. Das ist alles kein Zuckerschlecken.

Im Vorstand

Julia Steenken (45) aus Oldenburg ist Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität.

Weitere Informationen zur Transidentität finden Sie unter der Internetadresse

    www.dgti.org

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Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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