Von Klaus Hilkmann
Frage:
Ab welchem Alter ist eine Darmkrebsvorsorgeuntersuchung sinnvoll?Dunkhase von Hinckeldey:
Die Vorsorgeuntersuchung ist ab dem 50. Lebensjahr angeraten, weil die Kurve der Darmkrebserkrankungen ab diesem Alter deutlich ansteigt. Die Untersuchung wird ab Vollendung des 55. Lebensjahres von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Anschließend sollte sie nach weiteren zehn Jahren wiederholt werden. Teilnehmen sollten alle, weil die Wahrscheinlichkeit einer Darmkrebserkrankung bei Frauen und Männern in etwa gleich ist.Frage:
Worauf muss man sich dabei einstellen?Dunkhase von Hinckeldey:
Das größte Problem ist die vor der Untersuchung notwendige Darmreinigung, die aber mit modernen medizinischen Methoden inzwischen relativ leicht praktizierbar ist. In einer spezialisierten, für diese Untersuchungen zertifizierten Fachpraxis ist man darauf sehr gut eingestellt, sodass die gesamte Untersuchung inklusive Vorbereitungs- und Erholungszeit in der Regel nach etwa einer Stunde vorbei ist. Die Patienten bekommen von der Untersuchung dank einer Schlafspritze oder einer Kurznarkose zumeist kaum etwas mit.Frage:
Ist sofort eine Diagnose möglich?Dunkhase von Hinckeldey:
Wenn keine Krebsvorstufe (Polypen) gefunden wird, kann die Diagnose sofort erfolgen. Falls dagegen Polypen im Darm gesehen und abgetragen wurden, dauert es einige Tage, bis das feingewebliche Ergebnis vorliegt. In den meisten Fällen kann man den Polypen aber schon im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung ansehen, ob sie gefährlich sind oder nicht.Der Facharzt für Innere Medizin Gastroenterologie, Dr. Gerd Dunkhase von Hinckeldey (Bild), ist Leiter des Zentrums für Viszeralmedizin am St. Anna-Hospital in Wanne-Eickel.
