Die Dipl.-Pflegewirtin und Palliativ-Care-Krankenschwester Anne Rameil (Bild) ist eine von zwei Geschäftsführerinnen im Oldenburger St. Peter-Hospiz.

Warum entscheiden sich Betroffene und ihre Angehörigen für ein Hospiz?

RameilFür viele Betroffene ist nach unseren Erfahrungen ausschlaggebend, dass im Hospiz die notwendige Pflege und Versorgung sichergestellt ist. Natürlich haben die meisten Menschen das Bedürfnis bis zuletzt zu Haus zu leben. Wenn die Voraussetzungen dafür aber nicht mehr gegeben sind, ist ein Hospiz meistens die bessere Lösung. Bei manchen Betroffenen und Angehörigen reift diese Erkenntnis erst, wenn die Not schon sehr groß ist. Es gibt aber auch Menschen, die sich schon sehr früh informieren, ob das Hospiz später eine Möglichkeit für sie sein könnte.

Können sie Patienten kurzfristig aufnehmen?

RameilWir sind jederzeit für Anfragen da. Ob eine kurzfristige Aufnahme möglich ist, hängt davon ab, ob es freie Plätze gibt. Wenn wir aktuell nicht selbst weiterhelfen können, versuchen wir, wenn gewünscht, einen anderen nahe gelegenen Platz zu vermitteln – zum Beispiel in den Hospizen in Westerstede und Falkenburg oder auf der Palliativstation im Evangelischen Krankenhaus in Oldenburg.

Welche Rolle spielen Schuldgefühle?

RameilDas bekommen wir immer wieder mit – insbesondere wenn die Angehörigen dem schwer Erkrankten Menschen eine Pflege bis zuletzt versprochen haben. Die Pflege eines nahen Angehörigen verdient sehr hohe Anerkennung. Wenn Angehörige dabei aber über ihre Belastungsgrenzen gehen, ist damit den Pflegebedürftigen auch nicht geholfen.