Der Internist und Rettungsmediziner Dr. Soeren Berthold (Bild) betreibt eine Hausarztpraxis in Oldenburg.

Für welche Indikationen ist die 116/117 geeignet?

BertholdBei akuten Erkrankungen, mit denen man sich auch beim Hausarzt melden würde, kommt die 116/117 infrage. In akuten Notfällen oder lebensbedrohlichen Situationen ist natürlich die 112 zu wählen.

Sind alle Ärzte an dem Bereitschaftsdienst beteiligt?

BertholdBis zum 30. Juni 2024 decken die Hausärzte den Bereitschaftsdienst ab. Ab dem 1. Juli 2024 werden daran auch Bereichsärzte wie etwa Gastroenterologen, Kardiologen oder HNO-Ärzte teilnehmen. Für den Fall, dass die Notdienstpraxis aus gesundheitlichen Gründen nicht aufgesucht werden kann, besteht auch die Möglichkeit, dass ein Arzt den Erkrankten aufsucht. Kinder- und Augenärzte haben jeweils einen eigenen Bereitschaftsdienst. Die kinderärztliche Bereitschaftsdienstpraxis ist in Oldenburg in der Kinderklinik im Klinikum installiert.

Decken Notfallpraxen ein breites Behandlungsfeld ab?

BertholdDas Behandlungsspektrum der Notfallpraxis entspricht dem einer Hausarztpraxis. Es gibt ein Akutlabor für Herzinfarkt, Thrombosen und Entzündungen. Darüber hinaus ist es möglich, zum Beispiel ein EKG und eine Sonographie durchzuführen. Im Bedarfsfall werden die Patienten an ein entsprechendes Krankenhaus weitergeleitet. Dabei sollten die Patienten auch wissen, dass die Notdienstpraxis kein Ersatz für die Hausarztpraxis ist.