Die Oberärztin Katharina Schmidt (Bild) leitet die Sprechstunde für psychische Probleme rund um die Geburt in der Karl-Jaspers-Klinik, Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, in Wehnen.

Melden sich Frauen mit einer Schwangerschaftsdepression auch selbst für die Sprechstunde an?

SchmidtJa, das kommt nicht selten vor. Meistens werden betroffene Frauen aber in Absprache mit ihrem Hausarzt, ihrer Hebamme oder ihrem Gynäkologen zu uns überwiesen. Egal auf welchem Weg die Anmeldung erfolgt, versuchen wir der Frau immer so schnell wie möglich zu helfen. Wir wissen, dass die Betroffenen dringend Hilfe brauchen. Lange Wartezeiten gibt es daher nicht.

Was erwartet die Frau in der Sprechstunde?

SchmidtAls Erstes erfolgt eine umfangreiche Anamnese, wobei es wichtig ist, dass die Frau ihr Baby und wenn vorhanden ihren Partner mitbringt. Im Gespräch versuche ich, der Frau ein Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens zu geben. Auf dieser Grundlage gehe ich daran, die Ursache des Problems aufzuklären und möglichst gemeinsam nach Lösungswegen zu suchen.

Ist immer eine aufwendige Behandlung nötig?

SchmdtMitunter stellt sich bei dem Gespräch heraus, dass sich die Frau etwa wegen schwieriger Verhältnisse im heimischen Umfeld vor einer Überforderung fürchtet oder Schuldgefühle entwickelt, weil sie zunächst glaubt, keine ausreichend gute Beziehung zu dem Kind aufbauen zu können. In diesen Fällen kann man der Frau oft schon gut beim Erstgespräch helfen. Wenn dagegen tatsächlich eine Depression vorliegt, ist eine längere ambulante oder stationäre Behandlung nötig.