Von klaus hilkmann
Frage:
Welche Möglichkeiten haben Eltern, die MatheFähigkeiten ihres Kindes früh zu fördern und Rechenschwächen zu verhindern?Lukow:
Die Garantie, eine Rechenschwäche zu verhindern, kann es nicht geben. Die Fähigkeiten fürs Lernen der Grundrechenarten werden erst während des ersten Schuljahres gelegt.Frage:
Können Eltern also nicht vorbeugen?Lukow:
Doch! Es gibt mathematische Fähigkeiten, die ein Kind können muss, wenn es in die Schule kommt. Das Kind sollte z.B. eine Menge bis zehn sicher erfassen und Zahlen schreiben können.Frage:
Warum ist eine spezielle Förderung wichtig ?Lukow:
Die Kinder, die zu uns in die Lerntherapie kommen, sind häufig verzweifelt. Wichtig ist eine gezielte Förderung des Kindes. Eine solche Therapie ist nicht mit Nachhilfe zu verwechseln, die den Unterrichtsstoff nacharbeitet und Wissenslücken schließt. Eine gezielte Therapie setzt dort an, wo das Kind den Anschluss an die Logik der Mathematik verloren hat.Frage:
Was machen Sie denn anders?Lukow:
Zuerst führen unsere Therapeuten bei Verdacht auf Dyskalkulie eine grundlegende Diagnostik durch und erstellen einen Bericht. In einer wöchentlichen Therapiestunde wird das Rechnen von Anfang an neu aufgegriffen und zuerst der Zahlenraum bis zehn erarbeitet. Eine Lerntherapie findet höchstens mit zwei Kindern statt, damit wir so individuell wie möglich auf die Schwächen der Kinder eingehen können.Hans-Joachim Lukow (Bild) ist Leiter des Osnabrücker Zentrums für mathematisches Lernen, Rechenschwäche/Dyskalkulie.
