Prof. Dr. Hermann Brenner (Bild) ist Leiter der Abteilung für Klinische Epidemiologie und Altersforschung im Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Kann sich die Lunge nach langem Nikotinkonsum wieder erholen?

BrennerNach einer jahrzehntelangen Nikotin-Abstinenz kann sich das Lungenkrebsrisiko so weit reduzieren, dass es nur noch wenig höher ist, als wenn man nie geraucht hätte. Zwar bleibt noch für lange Zeit nach dem Aufhören ein deutlich erhöhtes Risiko bestehen. Nach 20 Jahren und mehr ohne Zigarette ist aber der Unterschied zu einem Nichtraucher klar verringert. Auch mit Blick auf andere Erkrankungen lohnt es sich, im Alter noch mit dem Rauchen aufzuhören.

Was ist mit Kleinkindern, die in Raucherhaushalten leben?

BrennerPassivrauchen ist für Kinder noch schädlicher als für Erwachsene. Der Grund ist, dass Kinder sich in einer Entwicklungsphase befinden, in der wichtige Organe noch im Wachstum sind. In der Wachstumshase ist der durch den Zigarettenrauch verursachte Schaden besonders groß. Auch die Gesundheitsrisiken durch das eigene Rauchen sind um so größer, je eher man mit dem Rauchen beginnt.

Wird der gesamte Organismus geschädigt?

BrennerJa. Der Zigarettenrauch richtet nicht nur in der Lunge, im Gefäßsystem sowie im Herz-/Kreislaufsystem erhebliche Schäden an. Inzwischen weiß man auch, dass es unter anderem einen Zusammenhang mit vielen weiteren Erkrankungen wie etwa Krebs in anderen Organen gibt. Es gibt zum Beispiel auch Daten, die zeigen, dass die Gefahr an einer Demenz zu erkranken durch langjähriges Rauchen erhöht wird.