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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Knochen mit Sonnenlicht stärken

09.07.2013

Bad Zwischenahn Vitamin D ist eigentlich gar kein Vitamin. Vielmehr ist es ein Hormon, das aus einem Cholesterinabkömmling gebildet und vom Organismus nach genau festgelegten Regelmechanismen selbst hergestellt wird. Voraussetzung für die Bildung von Vitamin D ist vor allem die Einstrahlung von ultraviolettem Licht mit einer Wellenlänge von 280 bis 320 Nanometer auf die nackte Haut. Dieses sogenannte UV-B-Licht lässt in der Haut eine Vorstufe von Vitamin D entstehen, die später in der Leber und schließlich in der Niere zum aktiven Vitamin D umgebaut wird.

Drei Monate Speicherzeit

Da die Sonne in einem bestimmten Winkel stehen muss, um die benötigte Wellenlänge zu erreichen, kann die Vitamin-D-Bildung über die Haut in den heimischen Breitengraden nur von etwa April bis Oktober erfolgen, erklärt Dr. Günter Dietz, Ärztlicher Direktor der Reha-Klinik am Meer in Bad Zwischenahn: „Wer in diesem Zeitraum genügend Vitamin D aufgenommen hat, kann noch bis zu drei Monate von seinen natürlichen Speicherreserven leben. Danach muss die Versorgung auf andere Weise erfolgen.“

Wer keinen Weihnachtsurlaub unter südlicher Sonne auf Mallorca oder Gran Canaria einplant, kann auch hierzulande etwas gegen den Vitaminmangel tun. Empfehlenswert sei insbesondere im Herbst und im Winter die Einnahme von Präparaten, die Vitamin D in konzentrierter Form enthalten.

Eine Kompensation des Vitaminmangels allein über die Ernährung sei kaum zu erreichen, weil man bei normalen Essgewohnheiten allein über die Nahrungsmittel maximal nur zehn Prozent des täglichen Vitamin-D-Bedarfs aufnimmt, so Dr. Dietz: „Für einen kompletten Ausgleich über die Ernährung müsste man pro Tag zum Beispiel 450 Gramm fetten Fisch, 20 Liter Milch oder mehrere Kilogramm Pilze zu sich nehmen.“ Ein vergleichsweise hoher Vitamin-D-Gehalt findet sich in Lebertran, das früher häufig an Kleinkinder verabreicht wurde. Zur Abdeckung des Bedarfs kann auch ein Sonnenstudiobesuch beitragen, der dann aber andere erhebliche Nachteile – wie ein erhöhtes Hautkrebsrisiko – mit sich bringen kann.

Der Körper benötigt Vitamin D insbesondere für den Aufbau und die Stärkung der Knochensubstanz sowie für den Mineralhaushalt. Das Vitamin-D-Hormon steigert im Darm die Aufnahmefähigkeit von Calcium, von dem wiederum entscheidend die Entwicklung der Knochensubstanz abhängt.

Bei Kindern kann ein schwerwiegender Vitamin-D-Mangel zu einer Rachitis führen. Ursache dieser auch als Englische Krankheit bekannten Erscheinung ist, dass der Knochen nicht genügend Mineralstoffe eingelagert hat. Als Folge kommt es zu einer Knochenerweichung, die während des natürlichen Wachstumsprozesses zur Verbiegung des Skeletts und einem mitunter dauerhaft geschädigten Halteapparat führt.

Überraschender Bruch

In Deutschland ist diese Erkrankung heute zum Glück selten geworden, berichtet Dr. Dietz: „Dazu trägt auch die Vitamin-D-Prophylaxe bei, bei der Säuglinge und Kleinkinder mit reinen Vitamin-D-Tabletten versorgt werden.“ Da aber schon Kinder auch im Sommer zunehmend Zeit am Computer und immer weniger Zeit an der frischen Luft verbringen, sei künftig wieder eine Zunahme von Rachitis Fällen zu befürchten.

Die Osteoporose ist die häufigste Spätfolge eines dauerhaften Vitamin-D-Mangels. Da sich diese zunehmende Knochenschwäche in der Regel nahezu ohne größere Beschwerden über viele Jahre aufbaut, bleibt sie oft lange Zeit unerkannt. Die meisten Betroffenen werden erst nach einem überraschenden Knochenbruch mit ihrer Erkrankung konfrontiert.

Einen einmal aufgebauten Mangel kann man zwar auch noch im Alter mit einer gezielten medizinischen und therapeutischen Versorgung wieder ausgleichen. Dafür ist dann – etwa nach einem Knochenbruch – neben einer erhöhten Vitamin-D-Zufuhr aber auch ein intensives und langfristig angelegtes Reha-Programm erforderlich, das von Ärzten und Therapeuten festgelegt und kontrolliert wird. Ziel ist dabei, dass mit den Knochen und den umgebenden Muskelstrukturen der gesamte Halteapparat gestärkt wird.

Ältere Menschentun sich zunehmend schwerer mit dem Erhalt und Aufbau der Muskulatur. Das gleiche gilt für die Haut, berichtet Dr. Günter Dietz: „Ein 70-Jähriger produziert nur noch rund ein Viertel der Vitamin-D-Menge wie ein 30-Jähriger, der die gleiche Dosis an Sonnenlicht aufnimmt.“ Einen Unterschied zwischen Frauen und Männern gibt es hierbei nicht. Gefährdet sind oft auch Migranten, die aus religiösen Gründen nahezu alle Körperteile bedecken.

In der Sommerzeit reicht ein Aufenthalt von etwa 15 Minuten in der Mittagssonne aus, um die Vitamin-D-Batterie für den Tagesbedarf aufzuladen. Wichtig ist dabei, dass die Hände und Unterarme sowie das Gesicht frei sind und einer mäßigen Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, ohne dass es dabei zu einem Sonnenbrand kommt. Eine Faustregel für die richtige Sonnen-Dosierung ist, wenn der eigene Schatten kürzer ist als man selbst. Zur Verhinderung eines Mangels sollte man täglich mindestens 1000 Milligramm Calcium sowie 1000 Einheiten Vitamin D zu sich nehmen.

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