Oldenburg - Eine Behandlung nach dem Motto „watchful waiting“, bei der die Beobachtung der Erkrankung im Vordergrund steht, wird von der Europäischen Herniengesellschaft nur bei absolut symptomlosen Patienten empfohlen. Für die operative Behandlung eines Leistenbruchs haben sich verschiedene OP-Methoden bewährt.
Die sogenannte Lichtenstein-Methode ist die weltweit am häufigsten eingesetzte Methode. Dabei wird zunächst mit einem kleinen Schnitt ein Zugang zu der betroffenen Stelle geschaffen und der nach außen geratene Bruchsack vorsichtig in den Bauchraum zurückgeschoben. Anschließend wird von außen ein Kunststoffnetz an der Bruchstelle eingesetzt, das die Funktion des erschlafften Bindegewebes unterstützt und die verloren gegangene Stabilität wiederherstellt.
Schonender kann das Kunststoffnetz mit einer endoskopischen Operation eingebracht werden, was auch den Vorteil hat, dass kein Bauchschnitt erforderlich ist. Welches Verfahren ausgewählt wird, muss individuell in enger Absprache zwischen Patient und Arzt entschieden werden.
Die OP-Verfahren dauern in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten. Die meisten Patienten können nach einer Übernachtung im Krankenhaus wieder nach Hause gehen. Dort sollten sie sich erst einmal schonen und frühestens nach etwa zehn Tagen mit körperlichen Anstrengungen oder Sport beginnen.
