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Prof. Dr. Geert Mayer (Bild) ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin mit Sitz in Schwalmstadt.
FRAGE:
Kann man bei guter Behandlung normal mit einer Narkolepsie leben?
MAYER
: Das hängt vom Schweregrad ab. Die Lebensqualität ist bei einer schweren Narkolepsie sicher beeinträchtigt. So führt eine Tagesschläfrigkeit zum Beispiel zu einer verminderten Konzentrationsfähigkeit. Bei einer leichteren Erkrankung kann man mit einer passenden Therapie genau so leben wie jeder andere.
FRAGE:
Was kann man tun?
MAYER
: Am besten wäre eine verhaltenstherapeutische Vorgehensweise. Das würde aber kaum in unseren gewohnten Tagesablauf passen. Denn es ist in der Schule oder am Arbeitsplatz eher selten möglich, dass man sich alle zwei oder drei Stunden für eine Viertelstunde zum Schlafen hinlegen kann. Das würde den meisten Narkolepsie-Patienten ausreichen, um wieder für die nächsten zwei bis drei Stunden erfrischt und leistungsfähig zu sein.
FRAGE:
Muss man vor allem deshalb Medikamente einnehmen?
MAYER
: Da eine Schlafpause während der Arbeitszeit meistens nicht akzeptiert wird, ist man letztlich auf eine passende Medikation angewiesen, bei der Medikamente gegen die Tagesmüdigkeit eingenommen werden. In schweren Fällen sind zudem Mittel gegen den Ausfall der Haltemuskulatur etwa in den Armen oder Beinen erforderlich, zu dem es als Folge starker emotionaler Regungen wie etwa Lachen, Weinen oder Ärger kommen kann. Die Medikamente gegen diesen Muskeltonusverlust muss man dauerhaft, die Wachmacher kann man dagegen nach Bedarf einnehmen.