LASTRUP - „Ich bin bei Familien-Radtouren immer schnell aus der Puste gekommen, und beim Kletterurlaub ging irgendwann gar nichts mehr.“ An die ersten deutlichen Symptome ihrer Schilddrüsenerkrankung kann sich Maria Rüter genau erinnern. „Ich dachte erst, dass ich etwas mit dem Herzen hätte“, erinnert sich die 62-Jährige. Als ihr Hausarzt im heimischen Lastrup ihr Problem im vergangenen Jahr erkannte, sei sie zunächst „sogar etwas erleichtert“ gewesen.

Der Arzt verordnete ihr verschiedene Medikamente gegen die Überfunktion ihrer Schilddrüse – zunächst mit Erfolg. Die Beschwerden gingen zurück. Maria Rüter war überzeugt, dass sie ihre Schilddrüsenerkrankung mit den verordneten Medikamenten gut im Griff hatte. Doch dann kam der Ersten Weihnachtstag 2007. „Ich hatte plötzlich überall am Körper große rote, stark juckende Flecken. Außerdem machten mir wieder Atembeschwerden und ein rasender Puls zu schaffen.“

Nach einer Untersuchung im Cloppenburger St. Josefs-Hospital war die Sache klar, berichtet Dr. Hendrik Faust: „Der Körper der Patientin reagierte allergisch auf die Medikamente. In diesem Fall blieb nichts anderes als eine Operation übrig.“ Dabei wurden die für die Überfunktion verantwortlichen heißen Knoten entfernt. Von der Schilddrüse blieb nur ein kleiner, für die Hormonsteuerung notwendiger Teil übrig.

Vor dem Eingriff habe sie „ein mulmiges Gefühl“ gehabt, berichtet Maria Rüter. Doch dann hätten ihr die behandelnden Ärzte und auch Bekannte Mut gemacht, die einen ähnlichen Eingriff bereits hinter sich haben. Als die OP vor einer Woche anstand, habe sie sich „extra drei Wecker gestellt, damit ich den Termin nicht verschlafe“.

Von dem etwa einstündigen Eingriff habe sie dann nichts mitbekommen. „So, jetzt geht es gleich in den OP“, sei das Letzte, an das sie sich erinnern könne. Das Nächste sei dann das Lächeln der Schwester beim Aufwachen nach der Vollnarkose gewesen. Zwei Tage später fühlt sich Maria Rüter „schmerzfrei und so fit wie lange nicht mehr“. Spazieren gehen und Treppen steigen ist für sie kein Problem mehr. An die OP erinnert sie nur noch die etwa fünf Zentimeter lange Narbe in der Halsmitte.

Zu Hause in Lastrup will sich die sportliche Frau alsbald auf den nächsten Urlaub vorbereiten. Mit der ganzen Familie soll es zu einer Radtour an die Mosel gehen: „Darauf kann ich mich jetzt wieder richtig freuen, weil ich nun wieder mithalten kann.“