Prof. Dr. Djordje Lazovic (Bild) ist Direktor der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im Pius-Hospital Oldenburg.
Wann ist eine OP infolge eines Rheuma-bedingten Gelenkschadens nötig?
LazovicEine Operation kann bei Rheuma-Patienten zum einen präventiv erforderlich sein, um Schlimmeres zu vermeiden. So kann man mit der OP etwa bei einer Instabilität der Halswirbelsäule eine ansonsten drohende Querschnittslähmung verhindern. Die zweite Art der Operation zielt darauf ab, die Schmerzen zu verringern und damit die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Dafür werden in erster Linie Kunstgelenke zum Beispiel an der Hüfte, im Knie oder der Schulter eingesetzt.
Sind meistens langjährige Rheuma-Patienten betroffen?
LazovicJa. Zwar gibt es auch heute noch Fälle, bei denen die neuen, meistens gut wirksamen Behandlungsmethoden nicht den erhofften positiven Effekt bringen. Dessen ungeachtet kommen für eine Gelenkersatz-OP meistens ältere Patienten infrage, die schon lange Zeit unter Rheuma leiden und noch nicht oder erst sehr spät mit modernen Rheuma-Mitteln behandelt wurden.
Ist eine Austausch-OP auch für ältere Patienten verkraftbar?
LazovicDer Gelenkaustausch ist zwar nach wie vor ein großer Eingriff, für den der Patient ausreichend belastbar sein muss. Die Operation zählt aber zugleich zu den besonders häufigen Eingriffen, die von einem erfahrenen Operateur mit großer Sicherheit durchgeführt werden können. Deshalb ist der Gelenkaustausch meistens auch dann möglich, wenn der Patient unter mehreren Erkrankungen leidet.
