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Diabetes Lebensstil komplett umstellen

Klaus Hilkmann

Vechta - Ein auch als Zuckerkrankheit bezeichneter Diabetes mellitus entsteht durch eine chronische Störung des Stoffwechsels, als dessen Folge die Konzentration des Blutzuckers zeitweise oder permanent erhöht ist. Die Medizin unterscheidet zwischen dem Typ 1-Diabetes, bei dem der Organismus aus genetischen Gründen nicht genügend Insulin produzieren kann, und dem Diabetes-Typ 2. Dabei kommt es zumeist infolge eines ungesunden Lebensstils dazu, dass eine zunächst normal funktionierende Insulinproduktion früher oder später nicht mehr ausreicht. Anders als den Typ 1 kann man den Verlauf des Typs 2 mit einer geeigneten Therapie bis hin zur Heilung beeinflussen.

Schwere Folgeprobleme

Das in der Bauchspeicheldrüse erzeugte Hormon Insulin sorgt dafür, dass mit der Nahrung aufgenommene Nährstoffe als Energielieferant in die Zellen gelangen können. Wenn dies für längere Zeit nicht passiert, stellen sich erhöhte Blutzuckerwerte ein, was sich für Betroffene zunächst unter anderem mit erhöhter Müdigkeit und Leistungsabfall oder auch einem dauernden Durstgefühl und häufigem Harndrang bemerkbar machen kann. Zur Risikogruppe gehören insbesondere Menschen mit Adipositas.

Wenn ein Diabetes mellitus nicht erkannt wird und unbehandelt bleibt, kann es zu erheblichen Folgeschäden kommen. Diabetes zählt zu den Hauptgründen für das Entstehen lebensbedrohlicher Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenerkrankungen, die in vielen Fällen sogar eine Nierentransplantation erforderlich machen. Eine ebenso häufige wie gefährliche Begleiterkrankung ist die diabetische Retinopathie der Augen, die zur Erblindung führen kann.

Gefürchtet sind zudem Durchblutungsprobleme und Wundheilungsstörungen, die im fortgeschrittenen Stadium zu einem offenen Bein und sogar zur Amputation von Zehen oder Füßen führen können. Nicht selten kommt es auch zur Impotenz oder zu schmerzhaften Problemen mit dem Halteapparat. Nicht zuletzt leben viele Diabetes-Betroffene etwa wegen des mit der Erkrankung verbundenen Übergewichts mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität.

Der Diabetes Typ 2 ist in Deutschland eine der am weitesten verbreiteten Volkskrankheiten. Fachgesellschaften gehen davon aus, das bundesweit mehr als acht Millionen Patienten wegen einer Diabetes-Erkrankung in medizinischer Behandlung sind. „Die Zahl der Betroffenen nimmt seit Jahren immer weiter zu“, berichtet Dr. Silke Otto-Hagemann, Fachärztin für Innere Medizin und Inhaberin einer Diabetologischen Schwerpunktpraxis in Vechta.

Besonders bedenklich sei, dass die Betroffenen immer jünger werden: „Zu unseren Patienten zählen vermehrt auch Kinder und Jugendliche, die als Folge von Bewegungsmangel und Übergewicht unter einem metabolischen Syndrom leiden.“ Bis zum Diabetes Typ 2 sei es dann häufig nicht mehr weit, wobei oft schon Vorstufen der Erkrankung nachweisbar sind, wenn sich noch keine Diabetes-typischen Beschwerden eingestellt haben.

Prozess stoppen

Mit einer vom Hausarzt und/oder einer spezialisierten Praxis kontrollierten Therapie und Veränderung des Lebensstils kann man der Negativ-Entwicklung in den meisten Fällen effektiv entgegenwirken. „Unser Ziel ist stets, den Erkrankungsprozess zu stoppen und gesundheitliche Folgeprobleme zu verhindern“, betont Otto-Hagemann.

In einer Diabetologischen Schwerpunktpraxis können die Patienten von Ärzten und Therapeuten aus mehreren Bereichen betreut werden, die auf die Behandlung von Diabetes-Patienten spezialisiert sind. Gestützt auf eine sorgfältige Anamnese, bei der neben dem körperlichen Ist-Zustand auch die Lebensumstände im Mittelpunkt stehen, werde für jeden Patienten ein persönlicher Therapieplan erarbeitet, so Dr. Otto-Hagemann: „Wir erstellen gemeinsam mit dem Patienten realistische Behandlungsziele, die sich an den jeweiligen Möglichkeiten orientieren.“ Entscheidend sei immer, weitere Folgeerkrankungen zu vermeiden und dem Patienten die Perspektive für ein möglichst Diabetes-freies Leben zu geben.

Die Behandlung eines Diabetes Typ 2 sollte neben den gesundheitlichen Problemen den ganzen Menschen im Blick haben. Die Therapie sei kein Sprint, sondern eher ein Marathon, bei dem es vor allem auf Ausdauer und Disziplin ankommt, betont die Diabetesberaterin Bernadette Wolter. Bei der Diabetes-Therapie komme es vor allem darauf an, schädliche Gewohnheiten abzustellen und Alternativen zu finden.

Einem Diabetes Typ 2 kann man mit einer Blutzuckermessung auf die Spur kommen. Dafür reicht zunächst ein kleiner Piks in den Finder aus, mit dem ein wenig Blut für eine Laboruntersuchung entnommen wird. Bei einem erhöhten Blutzucker sind weitere Untersuchungen nötig – auch um Hinweise auf weitere Erkrankungen zu gewinnen.

Bei der Behandlung ist neben dem ärztlichen Sachverstand das Know-how verschiedener Fachgebiete wichtig. Zum Team können etwa Diabetesberaterinnen- und Assistentinnen, Ernährungsberaterinnen, eine Psychologin und eine Physiotherapeutin gehören.

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