Dr. Ralf Weise (Bild) ist Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Bauchchirurgie im St.-Marien-Hospital Friesoythe.
Wann reichen ärztlich kontrollierte Abnehm-Maßnahmen nicht aus?
WeiseDie Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften sagen, dass man ab einem Body-Maß-Index (BMI) von 40 an ein operatives Verfahren denken muss, wenn die konservativen Behandlungskonzepte keinen Erfolg gebracht haben. Ab einem BMI von 35 gilt das für Patienten mit Folgeerkrankungen wie einem Diabetes mellitus Typ 2. Ein BMI von 40 liegt etwa bei einer 1,70 Meter großen Frau mit einem Körpergewicht von 116 Kilogramm vor. Für einen 1,80 Meter großen Mann gilt dieser BMI-Wert bei 130 Kilogramm. Neben dem Gewicht sind bei Diabetes-Patienten noch andere Faktoren zu beachten.
Warum kann eine OP sinnvoll sein?
WeiseWir führen metabolische Operationen durch. Das bedeutet, dass der Eingriff auf eine Veränderung des Stoffwechsels abzielt, um den Patienten gesünder zu machen. Im Vordergrund steht hierbei die Entgleisung des Zuckerstoffwechsels, die für den Diabetes Typ 2 verantwortlich ist.
Was bewirkt ein entsprechender Eingriff?
WeiseDie metabolische OP – etwa mit dem Anlegen eines Magen-Bypasses – ist die effektivste Behandlung, um einen medikamentös nicht ausreichend zu behandelnden Diabetes mellitus Typ 2 in den Griff zu bekommen. Mit dem Bypass werden neben der Magenverkleinerung Umgehungskreisläufe des Dünndarms installiert. Als Folge stellt sich bei adipösen Patienten nach und nach ein Gewichtsverlust bis zu 70 Prozent des Übergewichts ein.
