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NWZonline.de Region

Mikrozephalie oder warum Köpfe klein sind

06.02.2016

Die Größe des menschlichen Kopfes ist wesentlich durch die Größe seines Gehirns bestimmt. Der Mensch hat ein im Vergleich zur Tierwelt hochdifferenziertes Gehirn mit einer vielfach gefälteten Oberfläche. Wahrscheinlich war in der Entwicklung des Menschen die ganzjährige proteinreiche Ernährung die Voraussetzung für die Entwicklung der Gehirn- und Kopfgröße des heutigen Homo sapiens (lat. = weiser Mensch). Kinder weisen zum Zeitpunkt ihrer Geburt ein im Verhältnis zum Körper viel größeres Gehirn und entsprechend einen viel größeren Kopf auf, als in ihrem späteren Leben.

Die Größe des Gehirns und Kopfes ist nicht direkt proportional zur Intelligenz. Die relativ großköpfige Bevölkerung der Weser-Ems Region ist nicht klüger als die anderer Regionen. Familien mit eher großen oder eher kleinen Köpfen und Gehirnen unterscheiden sich in ihrer Intelligenz nicht voneinander. Ein deutlich zu kleines Gehirn und damit ein deutlich zu kleiner Kopf (Mikrozephalie) ist jedoch häufig mit einer Beeinträchtigung der geistigen und körperlichen Entwicklung assoziiert.

Wird ein Kind mit einem deutlich zu kleinen Kopf zum errechneten Geburtstermin geboren und haben die Eltern normal große Köpfe, weist dieses auf eine Störung der Gehirnentwicklung des Kindes in der Schwangerschaft hin. Eine angeborene Mikrozephalie kann durch genetische Erkrankungen verursacht werden. Häufiger dürfte eine Mikrozephalie auf äußere Faktoren zurückzuführen zu sein.

Seit Langem ist bekannt, dass Infektionen während der Schwangerschaft zu einer Störung der kindlichen Gehirnentwicklung führen können. So können Zytomegalie-Viren, Röteln-Viren oder Toxoplasmose-Bakterien zu einer Infektion des ungeborenen Kindes und insbesondere seines Gehirns führen. Diese Infektionen können Hirnfehlbildungen verursachen.

Folgen sind eine geistige Behinderung und weitere schwerwiegende neurologische Störungen sein. Rötelninfektionen während der Schwangerschaft können wirkungsvoll durch eine Rötelnschutzimpfung verhindert werden. Gegen Zytomegalie- und Toxoplasmose-Infektionen stehen keine Schutzimpfungen zur Verfügung.

Im Oktober 2015 berichtete das brasilianische Gesundheitsministerium, dass auch Infektionen schwangerer Frauen mit Zika-Viren zu einer Infektionen des ungeborenen Kindes mit Gehirnfehlbildungen und Mikrozephalie führen können. Bei infizierten Erwachsenen treten nur geringes Fieber, Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie eine nichteitrige Bindehautentzündung auf. Noch ist nicht klar, wie groß die Bedeutung von Zika-Infektionen für angeborene Mikrozephalie in Südamerika und anderen Ländern werden wird.

In Deutschland zählt der Alkoholkonsum während der Schwangerschaft zu den häufigsten Ursachen für eine Mikrozephalie. Die Zahl von Neugeborenen mit alkoholbedingten Schäden wird jährlich auf 3000 bis 10 000 geschätzt. Diese Form des Mikrozephalus ist durch den konsequenten Verzicht von Alkohol und anderen Drogen während der Schwangerschaft vermeidbar.

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