Oldenburg - Die Milchfrontzähne fallen kurz vor oder während des Grundschulalters nach und nach von selbst aus und werden durch die nachrückenden, bleibenden Zähne ersetzt. Die Backenzähne wechseln erst später – meistens zwischen dem zehnten und 13. Lebensjahr. Wenn keine gegenteiligen Gründe vorliegen, sollten sie so lange wie möglich erhalten bleiben. Ein Grund ist, dass zur Verkleinerung der Nahrung eine möglichst komplette Zahnreihe gebraucht wird. Zudem haben frühzeitig verlorene Milchzähne einen negativen Einfluss auf das weitere Kieferwachstum und die Stellung der nachrückenden Zähne.
Damit die Milchzähne bis zu ihrem natürlichen Ausfall erhalten bleiben können, sollten sie mit einer guten Zahnpflege so weit wie möglich kariesfrei gehalten werden. Bei Milchzähnen sei das besonders schwierig, weil sie anders aufgebaut und empfindlicher als die bleibenden Zähne sind, betont Johanna Kant: „Deshalb sollte bereits die kleinste Kariesstelle frühzeitig behandelt werden.“
Wenn die Karies fast bis ans Zahnmark vorgedrungen ist, kann bei Kindern mit der Pulpotomie eine besondere Zahnnerv-Behandlung durchgeführt werden. Dabei wird der noch gesunde Zahnnerv gemeinsam mit der Karies aus der Zahnkrone entfernt. Anschließend wird der Zahn gefüllt und mit einer zumeist vorgefertigten Kinderkrone versorgt, berichtet Kant: „Die Chancen, den Milchzahn bis zum natürlichen Zahnwechsel zu erhalten, liegen damit über 90 Prozent.“
