Philipp Pohl (Bild) ist Ergotherapeut im Reha-Zentrum am Meer in Bad Zwischenahn.

Wie kann die Ergotherapie Rheuma-Patienten helfen?

PohlGrundsätzlich bekommen die Patienten von uns Hilfe zur Selbsthilfe. Dazu gehört vor allem die Anleitung zu selbstständigen, gelenkschonenden Übungen. Hinzu kommt die Vorstellung und Erprobung von Hilfsmitteln, mit denen betroffene Hand- und Fingergelenke vor Überlastungen geschützt werden, oder die den Funktionsverlust der Hände ausgleichen können. Zudem wird über Fehlbelastungen im Alltag oder Beruf aufgeklärt. Gelegentlich müssen die Patienten auch mit orthopädischen Hilfsmitteln wie etwa Hand- und Fingerorthesen versorgt werden. Zudem werden thermische Anwendungen vorgenommen.

Was bedeutet das konkret?

PohlBei akuten Schmerzen und Schwellungen empfiehlt sich zum Beispiel eine Behandlung mit kalten Bädern aus Raps, Trockenlinsen oder feinem Sand. Wenn die Entzündung zur Ruhe gekommen ist, kommen Wärmeanwendungen etwa mit flüssigem Wachs oder erwärmten Bädern in Frage. Dabei sollte stets beachtet werden, was dem Patienten gut tut.

Ist der Patient bei der Therapie aktiv oder passiv?

PohlBeides kann sinnvoll sein, wobei es meistens besser ist, wenn der Patient aktiv mitarbeitet. Das ist wichtig, weil das Rheuma am Ende der Reha nicht verschwunden ist. Um möglichst gut mit der Erkrankung umgehen zu können, muss der Patient die bei uns durchgeführten Übungen zu Haus umsetzen können.