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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Unterwegs in der Natur: Acht Tipps gegen Zecken

02.07.2022

München /Neckarsulm Im Sommer durch die Natur wandern, ganz ohne den Gedanken an Zecken – das wäre schön. Zecken übertragen Krankheiten wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Wie schützt man sich am besten vor den Tieren – und was ist nach einem Biss zu tun? Zwei Expertinnen geben Tipps.

Tipp 1: Wo gibt es Zecken

„Unsere heimischen Zecken halten sich gerne im hohen Gras, Gebüsch, losen Laub und in nicht zu trockenen Wäldern auf“, sagt Hausärztin und Notfallmedizinerin Michaela Geiger aus Neckarsulm. Meist streift man sie im Vorbeigehen ab. „Insofern lauten die Schutzregeln: Festes Schuhwerk tragen, lange Hosen in die Socken stecken und sich nach dem Aufenthalt in der Natur am ganzen Körper gründlich absuchen.“ Kinder sollten außerdem einen Hut tragen. Denn: Zecken können etwa im Gebüsch auf eine gewisse Höhe hinaufklettern. Ratsam ist auch, sich darüber zu informieren, ob man in einem FSME-Risikogebiet unterwegs ist. Laut dem Robert Koch-Institut zählen dazu derzeit 175 Landkreise, die meisten davon in Bayern und Baden-Württemberg.

Tipp 2: Maßnahmen

Mücken- oder Zeckensprays seien nur bedingt nützlich, sagt die Tropenmedizinerin Kristina Huber vom LMU Klinikum München. Für den bestmöglichen Schutz sorgt eine Kombination verschiedener Maßnahmen: eine Impfung gegen FSME, lange Kleidung, ein Zeckenspray mit dem Wirkstoff Permethrin – gesprüht auf Haut und Stoff. Ebenso wichtig wie die Vorbereitung ist die Nachbereitung - also das gründliche, eventuell teils gegenseitige Absuchen des Körpers. Auch die Bereiche hinter den Ohren und unter den Achseln sowie Körperfalten im Intimbereich sollte man dabei nicht vergessen.

Tipp 3: Helle Kleidung

„Auf heller Kleidung lässt sich eine Zecke, die ja in der Regel dunkel ist, eher entdecken“, sagt Hausärztin Geiger. Wer sich in der Natur in hellen Farben kleidet, kann sich übrigens auch tagaktive Mücken vom Leib halten. Laut Tropenmedizinerin Huber sprechen die nämlich eher auf dunkle Farben an.

Tipp 4: Keine Panik

Und wenn es doch zu einem Zeckenbiss gekommen ist? Der Rat von Notfallmedizinerin Michaela Geiger: Ruhe bewahren. Bei Borreliose muss die Zecke eine gewisse Zeit an der Haut saugen, ehe sie Borrelien an den menschlichen Organismus abgibt. „Wenn man die Zecke in weniger als zwölf Stunden entfernt, hat man in der Regel nichts zu befürchten“, sagt Geiger. Etwas anders sieht es bei FSME aus. Die Erkrankung wird bei einem Zeckenbiss deutlich schneller übertragen. Sie ist aber auch deutlich seltener: Nach Angaben des RKI tragen nur 0,1 bis 5 Prozent der Zecken in Risikogebieten FSME-Viren in sich. In aller Regel bleibt aber Zeit um zur Apotheke gehen, um sich Werkzeug zum Entfernen der Zecke zu kaufen. Vorteil von Zeckenhaken, -karten oder -zangen: Dank ihnen lässt sich die Zecke langsam und kontrolliert entfernen. Anschließend desinfiziert man die Wunde am besten.

Tipp 5: Keine Hausmittel

Manchmal hat man kein spezielles Werkzeug parat – und auch keine Apotheke in der Nähe. Von Hausmitteln sollte man dann besser die Finger lassen. Kristina Huber nennt ein Beispiel: „Früher hieß es, man solle die Zecke mit Öl oder Butter einreiben, damit sie keine Luft mehr bekommt und loslassen muss.“ Das stimmt nach Aussage der Infektiologin zwar, birgt aber die Gefahr, dass die Zecke – falls sie FSME-Viren oder Borrelien mitbringt – die Erreger durch die Reibung erst recht ausspuckt.

Tipp 6: Nicht quetschen

Im Notfall lässt sich die Zecke auch mit den Fingern entfernen. „Wichtig ist, dass man die Zecke nicht quetscht oder dreht, da sie sonst Erreger eher an den menschlichen Organismus abgibt“, sagt Geiger, die auch Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) ist.

„Viele haben Angst, dass sie den Körper der Zecke zwar entfernt haben, deren Kopf bzw. Stechapparat aber noch in der Haut steckt“, so die Medizinerin. Auch hier gilt: kein Anlass zur Panik. Denn die Übertragung der Borrelien allein über den Kopf funktioniert nicht – diese befinden sich im Darm der Zecke. Wer sich nicht sicher ist, die ganze Zecke entfernt zu haben, kann zur Sicherheit die Hausärztin oder den Hausarzt aufsuchen.

Tipp 7: Biss beobachten

„Wenn man von einer Zecke gebissen wurde, ist es prinzipiell wichtig, die Stelle während vier bis sechs Wochen zu beobachten“, sagt Michaela Geiger. Man kann sich das Datum des Bisses notieren und die Einstichstelle markieren. So lasse sich die lokale Bewegung der Entzündung gut verfolgen. „Manchmal wird man gebissen und die Haut wird an der Stelle etwas rot, was vollkommen normal ist“, sagt Geiger.

NWZonline.de/gesundheit
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