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Dr. Stephan Böhmen (Bild) ist Chefarzt der Kardiologie im Reha-Zentrum Oldenburg.
FRAGE:
Was sollten alte Menschen nach einer langen Krankheitsphase beachten?
BÖHMEN
: Sie sollten wieder aktiv werden, sich dabei aber nicht sofort wieder zu viel zumuten. Denn je älter man ist, desto mehr Muskulatur geht in der inaktiven Phase verloren. Bei einem alten Menschen können das sehr schnell einige Kilogramm Muskulatur sein. Wenn man meint, dass sich nichts geändert hat, wird man schnell merken, dass dies nicht so ist.
FRAGE:
Was ist mit dem Herz-Kreislaufsystem?
BÖHMEN
: Die meisten Menschen sind im hohen Alter weniger wegen ihres Herz-Kreislaufsystems eingeschränkt. Vielmehr haben sie oft große orthopädische Probleme etwa mit der Funktionsfähigkeit der Knie oder Hüftgelenke. Das Herz kann eigentlich nicht mehr so stark belastet werden, weil die Muskulatur und die Gelenke das in der Regel nicht mehr hergeben. Anders als bei jüngeren Menschen ist mit zunehmendem Alter der Erhalt der Muskelkraft und Koordination wichtiger als Ausdauertraining.
FRAGE:
Was können Menschen tun, die im Rollstuhl sitzen oder bettlägerig sind?
BÖHMEN
: Dann ist ein gezieltes Muskelaufbau-Training für den Krafterhalt nötig. Es bringt beispielsweise schon eine Menge, wenn man immer wieder versucht, aus dem Stuhl aufzustehen oder ein paarmal am Tag einige Treppenstufen rauf- und wieder runterzugehen. Die Arme kann man im Sitzen oder im Bett schon mit dem Heben und Senken einer Plastikwasserflasche sehr effektiv trainieren. Ältere Menschen sollten es aber etwas langsamer angehen lassen.