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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Nachahmer machen dem Original Konkurrenz

01.09.2014

Berlin Rund 80 Prozent aller Deutschen, die ihr Gebiss elektrisch reinigen, kaufen eine Braun Oral-B-Zahnbürste – und sind auf passende Wechselköpfe angewiesen. Die können ganz schön ins Geld gehen: Ein Zwei-Personen-Haushalt investiert pro Jahr 23 bis 36 Euro in Original-Bürstenköpfe des gängigen Typs Precision Clean, wenn beide Nutzer die Aufsätze wie empfohlen nach je drei Monaten auswechseln. Damit kosten die Ersatz-Köpfe mehr als die Anschaffung der besten Elektrozahnbürste aus den Tests der Stiftung Warentest. Günstiger wird der Austausch mit Nachbauten von Fremdanbietern.

Die Berliner Tester haben fünf Produkte im Laden und zwei im Internet gekauft. Alle waren als Ersatz für oszillierend-rotierende Oral-B-Elek­trozahnbürsten ausgewiesen, nicht für Schallzahnbürsten. Das Ergebnis: Im Vergleich zum Original Braun Oral-B Precision Clean Bürstenkopf konnten einige Nachahmer punkten. Die getesteten Kopien der Online-Händler sind zwar nicht zu empfehlen. Drogerien und Supermärkte bieten aber gute Nachbauten an, mit denen sich die Kosten auf nicht mal 15 Euro pro Jahr drücken lassen.

Im Test, nachzulesen in der Septemberausgabe der Zeitschrift „test“ (9/2014), liegen die Original-Bürstenköpfe vorn. Sie entfernen sehr gut künstliche Beläge von Modellzähnen, der Bürstenwechsel geht sehr einfach, die Aufsätze sind sehr gut haltbar. Dem Original am nächsten kommen die Dontodent Universal Wechselköpfe von dm und die baugleichen Aufsätze von Müller, Real und Syncare. Bei über 30 Prozent Preisvorteil putzen sie fast so gut wie das Original und stehen ihm bei der Haltbarkeit in nichts nach. Sie lassen sich aber schwerer wechseln.

Die anderen drei Nachbauten, zwei davon bei Online-Händlern über Amazon bestellt, sehen dem Original zwar ähnlich, scheiterten allerdings im Praxistest. Ein Knackpunkt war die Steckverbindung. Zum Teil mussten die Tester beim Abziehen so viel Kraft aufwenden, dass einzelne Wechselköpfe zerbrachen. Manche Bürsten blieben beim Putzen zudem auch mal stehen – sie hörten auf zu rotieren.

Weitere Schwachpunkte: Die über den Amazon-Shop DB Onlinehandel bezogenen Bürstenaufsätze reinigen die Zähne nur ausreichend. Die Verpackungs- und Gebrauchsangaben von beiden im Internet eingekauften Produkten sind sogar mangelhaft: Beispielsweise fehlt die Anbieteradresse. Und wie ein schlechter Scherz mutet diese Angabe in holprigem Englisch an: „to be used with Electro toothbrushes that fits“ – „geeignet für elektrische Zahnbürsten, die passen“.

Hinterfragen sollten Kunden den Hinweis auf fast allen Verpackungen, wonach Zahnärzte einen Bürstenwechsel im Drei-Monats-Turnus empfehlen. Der Test kann diesen Rat nicht stützen. Mit einer Ausnahme entfernen die Bürsten nach einer simulierten Nutzungsdauer von einem Vierteljahr Zahnbelag nicht schlechter als im Neuzustand.

Braun empfiehlt, den Bürstenkopf zu ersetzen, wenn die blau gefärbten Indikatorborsten zur Hälfte verblasst sind. Professor Dr. Stefan Zimmer, Leiter der Zahnklinik der Universität Witten/Herdecke, vertritt die Meinung, dass Nutzer diese Aussage nicht zu ernst nehmen müssen: „Wenn die Farbe abgeht, bedeutet das nicht automatisch, dass die Bürste verbraucht ist.“ Das könne auch früher der Fall sein, etwa wenn beim Putzen zu stark aufgedrückt wird, oder erst später. Ein Wechsel ist dann fällig, wenn sich die Borsten stark nach außen biegen. Auch gute Pflege hilft sparen: Nutzer sollten die Bürste und auch die Steckverbindung jedes Mal unter fließendem Wasser reinigen und trocknen lassen.

Bei Aufsteckzahnbürsten für Braun-Oral-B-Elektrozahnbürsten (Bild: dpa/tmn) lässt sich mit guten Nachbauten sparen. Am günstigsten ist die Ersatzzahnbürste von Müller (1,83 Euro pro Stück). Sie ist baugleich zum getesteten Produkt von dm (1,86 Euro) sowie zu Real Quality und Syncare (je 2 Euro). Bei über 30 Prozent Preisvorteil schneiden sie nur geringfügig schlechter ab als das sehr gute Original: Braun Oral-B Precision Clean (ab 2,92 Euro).