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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Trotz Verzweiflung: Wege aus der Falle

22.10.2019

Nordenham „Wenn Trinken zum Problem wird, muss man sich nicht schämen, sondern etwas dagegen tun. Alkoholismus ist keine Charakterschwäche, sondern eine Krankheit an Körper, Geist und Seele.“

So ist in einem Informationsblatt der Nordenhamer Gruppe der Anonymen Alkoholiker (AA) zu lesen. Ebenso ermutigend ist hinzugefügt: „Auch nach jahrelangem Alkoholmissbrauch, selbst wenn es in Familie und Beruf schon zur Katastrophe gekommen ist, wenn Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit die Gedankenwelt bestimmen, gibt es Wege aus der Alkoholfalle.“

Offenes Treffen

In Nordenham fand erstmals vor 40 Jahren – am 11. Oktober 1979 – ein Treffen der Anonymen Alkoholiker statt – im Jugendheim an der Körnerstraße. Seit 1982 trifft sich die Gruppe jeden Montag von 19.30 bis 21 Uhr im Martin-Luther-Haus (Ecke Bahnhofstraße/Mittelweg).

Unter dem Motto „Es gibt eine Lösung“ feiert die Gruppe ihr Jubiläum Samstag, 26. Oktober, mit einem öffentlichen Meeting von 13 bis 16.30 Uhr im Martin-Luther-Haus. Betroffene, Angehörige, Interessierte sind willkommen. Erwartet werden Freunde aus Gruppen aus Brake, Bremerhaven, Cuxhaven, Varel, Oldenburg.

Vertraulicher Kontakt unter Telefon   248155 oder 4224. Mehr Infos unter: www.anonyme-alkoholiker.de

Im „Arbeitskreis Sucht“ arbeiten alle sechs Nordenhamer Selbsthilfegruppen für Suchtkranke und deren Angehörige zusammen.Dies sind neben AA:
Die Gruppe Angehöriger (AL-ANON) ist erreichbar unter Telefon    248155 und 1495.
Die Freie Selbsthilfegruppe Einswarden trifft sich dienstags um 19.30 Uhr im Mehrzweckhaus in Einswarden und ist erreichbar unter Telefon    206133 oder  5852.
In Friedrich-August-Hütte trifft sich montags ab 18.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus die Freie Selbsthilfegruppe FAH (erreichbar: Telefon    2498546).
 Die Gruppe der anonymen Spiel- und Mediensüchtigen trifft sich jeden Dienstag von 19 bis 20.30 Uhr im Martin-Luther-Haus (erreichbar: Telefon   04406/7889086 oder Telefon   04731/2498546 oder Telefon   01575 8170198).
 Die Begegnungsgruppe des Blauen Kreuzes trifft sich jeden Dienstag von 19.30 bis 21 Uhr im Martin-Luther-Haus. Erreichbar: Gerd (Telefon   01626366419), Werner (04731/6430), Helga (04731/7615), Renate (04483/930197).

Diese Erfahrung haben auch Regina und Helmut aus Nordenham gemacht (sie möchten wie alle AA-Mitglieder anonym bleiben). Es lohne sich in jedem Fall, Kontakt mit der Nordenhamer AA-Gruppe aufzunehmen: „Wir sind alle Betroffene. Wir wissen, wie es geht. Wir geben keine Ratschläge, sondern bieten an, von unserer Erfahrung zu profitieren und unsere Kraft und Hoffnung mitein-ander zu teilen.“

Seit 17 Jahren trocken

Die 58 Jahre alte Regina ist seit 17 Jahren trocken. Zuvor hatte die Mutter einer heute erwachsenen Tochter nach Trennung von ihrem damaligen Ehemann ganz heftig getrunken. Durch den Hinweis einer Verwandten fand sie Kontakt zu den Anonymen Alkoholikern. Sie sprach einen ganzen Sonntagvormittag lang sehr persönlich mit einem Betroffenen aus der Nordenhamer Gruppe. „Ich weiß nicht, was mich genau dazu gebracht hat, aber seither habe ich nicht mehr getrunken.“

Sie sei dann regelmäßig zu dem AA-Meetings gegangen mit dem Ziel, „vernünftig“ trinken zu wollen. „Ich habe aber gelernt, wie man gar nicht mehr trinkt.“ Denn die AA-Gruppe weiß: Wer einmal abhängig getrunken hat, kann nie wieder kontrolliert Alkohol trinken.

Die Anonymen Alkoholiker haben zwölf Schritte zur dauerhaften Abkehr vom Alkohol entwickelt. Der erste ist der wichtigste Schritt und heißt: „Wir geben zu, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind und unser Leben nicht mehr meistern können.“

Ohne diesen ersten Schritt ist nach den Erfahrungen der AA keine Veränderung möglich. Es müsse klar sein, dass die Alkoholkrankheit zwar durch Abstinenz gestoppt werden kann, aber nicht heilbar ist. Im zweiten Schritt müsse man daher zu der Einsicht kommen, „dass wir nur geistig und körperlich gesunden können, wenn wir alkoholabstinent leben und bereit sind, Hilfe anzunehmen.“

„Es gibt eine lösung“

Die Nordenhamer AA-Gruppe besteht seit 40 Jahren. Aus diesem Anlass findet unter dem Motto „Es gibt eine Lösung“ an diesem Samstag, 26. Oktober, von 13 bis 16.30 Uhr im Martin-Luther-Haus (Ecke Bahnhofstraße/Mittelweg) ein für alle Interessierten offenes Jubiläums-Meeting statt (siehe Infokasten). Alkoholiker werden über Erfahrungen berichten, trocken zu werden und zu bleiben.

Jeden Montag Treffen

Zurzeit nehmen an den an jedem Montag von 19.30 bis 21 Uhr im Martin-Luther-Haus stattfindenden Treffen jeweils zehn bis zwölf Personen teil. Das Durchschnittsalter beträgt 60 Jahre. „Wir sind immer da für jeden, der Hilfe sucht“, versichert der 62-Jährige Helmut.

Regina bringt es so auf den Punkt: „Diese Frage zählt: Saufe ich weiter oder lebe ich?“ Nach jedem Treffen habe sie das Gefühl: „Jetzt habe ich Kraft für die ganze Woche.“ Diese Kraft habe sie aber nur gewinnen können, weil sie sich immer wieder geöffnet habe. „Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und der Gruppe ist ganz wichtig.“

Helmut ist seit 20 Jahren trocken. Nach seiner Scheidung hatte er regelmäßig und dann ständig getrunken. Seinen ersten Zusammenbruch hatte er 1977. Mehrmals war er auf Entgiftung im Nordenhamer Krankenhaus. Während einer Kurzzeittherapie im Krankenhaus Debstedt besuchte er auf ärztliche Vorgabe eine AA-Informationsveranstaltung. Anschließend trank er aber zunächst weiter.

Auch 16 Wochen Langzeittherapie in einer Fachklinik in Bad Essen brachten nicht die nachhaltige Wende. Helmut verlor seinen Arbeitsplatz. Eine Urlaubsreise eskalierte im Suff. Helmut war psychisch und körperlich am Ende und erkannte: „Ich kann nicht mehr.“ Von diesem Moment an musste er nicht mehr trinken. Er kümmerte sich fortan um seine beiden Söhne. Das und der regelmäßige Besuch der AA-Gruppe stützten ihn. Seine ehemalige Chefin stellte ihn wieder ein.

Tägliches Meeting

Regina und Helmut haben sich in der Gruppe kennengelernt und sind seit acht Jahren miteinander Verheiratet. „Weil wir beide Betroffene sind, haben wir jeden Tag ein kleines eigenes Meeting“, sagt Helmut ein wenig schmunzelnd. Regina bestätigt: „Das stützt auch ganz tüchtig.“ Ebenso wie ihr Mann besteht für sie kein Zweifel: Man könne sein Leben als Alkoholiker verändern – und das könne man in der Gruppe schaffen.

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Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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