Der 54 Jahre alte Mann rutscht etwas unruhig auf seinem Stuhl hin und her, ganz wohl ist ihm nicht. Wir sprechen über seinen Blutdruck, der (wieder) zu hoch ist. Mit Hilfe eines Medikamentes hatten wir ihn gut eingestellt. Doch als die Packung alle war, hat er die Einnahme der Medizin eingestellt.

Blutdruck ist nichts anderes als der Druck, mit dem das Blut durch Ihre Blutgefäße fließt. Wenn der Druck, mit dem das Blut durch die Adern strömt, über Jahre zu hoch ist, werden die Wände in den Gefäßen spröde, und es steigt das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Der Blutdruck soll im Mittel unter 140/90 (mmHg) liegen, also zum Beispiel bei 125/70 oder 130/85.

Er schwankt jedoch ganz natürlich, je nachdem, wie viel „Druck“ ihr Körper gerade braucht. Wenn Sie ganz entspannt sind, ist er niedriger (vielleicht bei 110/60), und wenn Sie sich massiv ärgern oder bei einem Jogginglauf gerade im Sprint durchs Ziel laufen, kann er deutlich höher sein (bei 180/100 oder noch darüber).

Es kommt also darauf an, wie hoch Ihr Blutdruck im Durchschnitt ist, ob Ihre Blutgefäße (wegen zu hohen Drucks) unter Dauerspannung auch in vermeintlichen Ruhesituationen stehen, oder ob Ihr Körper den Blutdruck nur in den Situationen hochreguliert, in denen er tatsächlich mehr Druck benötigt. Wenn Ihr Arzt den Verdacht auf Bluthochdruck hat, wird er bei Ihnen eine 24-Stunden-Langzeitblutdruckmessung durchführen.

Was ist zu tun, wenn die Diagnose Bluthochdruck gesichert ist? Der Druck muss runter! Gewichtsabnahme hilft, wobei jedes Kilo zählt, denn mit jedem Kilo, das Sie abnehmen, sinkt der Blutdruck. Auch mehr Obst und vor allem Gemüse sind sinnvoll, denn sie enthalten viel Kalium, und Kalium wiederum senkt – was wohl? – den Blutdruck. Ein anderer Mineralstoff, der Ihren Blutdruck in der gewünschten Richtung beeinflusst, ist Magnesium, das beispielsweise in Soja oder Naturreis enthalten ist. Gegebenenfalls können Sie es auch als Pille nehmen.

Auch die Aminosäure Arginin kann den Blutdruck senken. Genau wie Magnesium bewirkt sie eine Gefäßerweiterung, wodurch sie ihren Effekt erzielt. Zu einer guten Therapiestrategie gehören auch regelmäßiger Sport und hier vor allem Ausdauertraining sowie ein Alltag, der auch immer wieder Phasen der Entspannung und des Zur-Ruhe- kommens beinhaltet. Denn Bluthochdruck kann natürlich auch durch regelmäßigen zu hohen emotionalen Druck entstehen.

Oft helfen alle diese Maßnahmen zwar, den Blutdruck zu senken, aber nicht, ihn zu normalisieren. Dann muss ein Medikament her. Und anders als zum Beispiel bei Kopfschmerzen muss diese Medizin dann auch regelmäßig eingenommen werden, denn ein Blutdrucksenker wirkt nur so lange, so lange er genommen wird.

Mein Patient hat zwischenzeitlich einen durchgehend normalen Blutdruck. Er hat sich mit der Einnahme des Medikamentes arrangiert, zumal es ihm damit gut geht, er gewohnt leistungsfähig ist und auch seinem Sport nachgehen kann.