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Eierstockzysten Oft schmerzhaft und gefährlich

Klaus Hilkmann

Oldenburg - Die beiden medizinisch als Ovarien bezeichneten Eierstöcke sind neben dem Eileiter, der Gebärmutter und der Scheide wesentlicher Bestandteil der inneren weiblichen Geschlechtsorgane. Sie liegen links und rechts im kleinen Becken der Frau zwischen der Harnblase und dem Enddarm. In den oval geformten Eierstöcken werden während des weiblichen Zyklus jeden Monat die Eizellen gebildet, die nach der Weiterleitung in den Eileiter durch den männlichen Samen befruchtet werden können, so dass eine Schwangerschaft entstehen kann.

Wieso kann am Eierstock eine Zyste wachsen?

Darüber hinaus tragen die Eierstöcke mit der Produktion verschiedener Hormone dazu bei, dass der Monatszyklus der Frau aufrechterhalten wird. Wenn dies altersbedingt oder wegen der nach einer Erkrankung nötigen Entfernung der Eierstöcke nicht mehr erfolgt, beginnen die Wechseljahre der Frau. Die damit oft verbundene Störung des hormonellen Gleichgewichts kann erhebliche Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen verursachen.

Druck auf Nachbarorgane

Bei einer Eierstockzyste handelt es sich um eine mit Wasser, flüssigem oder eingedicktem Blut gefüllte Blase, die je nach Art und Ausprägung sehr klein bleiben, aber auch bis zu zehn Zentimeter und größer werden kann. Viele von ihnen sind harmlos und bleiben unerkannt, weil sie keine auffälligen Symptome verursachen.

Anders ist das, wenn Zysten eine problematische Größe erreichen und Druck auf benachbarte Strukturen beziehungsweise Organe ausüben. Betroffene Frauen klagen zum Beispiel häufig über dumpfe Schmerzen im Unterbauch und im Rücken sowie beim Geschlechtsverkehr oder auch beim Stuhlgang. Weitere Anzeichen für störende Zysten im Eierstock können ein unerklärliches Völlegefühl, Verstopfung und besonders schmerzhafte Regelblutungen sein.

Eine Zyste am Eierstock kann schlimme Folgen haben.

In seltenen Fällen kann es zu gefährlichen Komplikationen wie das Platzen einer Zyste oder einer sogenannten Stieldrehung kommen. In beiden Fällen müssen betroffene Frauen nicht nur mit sehr starken Schmerzen rechnen, berichtet Prof. Dr. Dr. Rudy Leon De Wilde, Direktor der Universitätsklinik für Gynäkologie im Pius-Hospital Oldenburg: „Wenn etwa beim Platzen einer Zyste auch ein Blutgefäß auf der Zystenoberfläche verletzt wird, können Blutungen im Bauchraum entstehen, die nicht selten von einem Kreislaufversagen begleitet werden.“ Zur Abwehr einer akuten Lebensgefahr ist dann eine umgehende Notoperation erforderlich.

Ähnlich problematisch kann eine Stieldrehung verlaufen, bei der sich die flüssigkeitsgefüllte Zyste etwa in Folge einer ruckartigen Bewegung um die eigene Achse dreht, was wiederum zur Strangulation der zuführenden Blutgefäße führt. Im Extremfall können diese sogar abreißen, wodurch dann ebenfalls Blutungen im Bauchraum entstehen, die sofort per OP gestillt und beseitigt werden müssen.

Die Frauenheilkunde unterscheidet die in erster Linie hormonell bedingten Funktionszysten und die Nichtfunktionszysten, bei denen es sich um angeborene Fehlbildungen von Keimzellen im Eierstock handelt. Als Folge können beispielsweise auch als Dermoidzysten bezeichnete, zumeist gutartige Geschwülste entstehen, die gut ein Drittel aller gutartigen Tumoren ausmachen.

Diese zumeist bei jungen Frauen auftretende Zystenart wächst in der Regel langsam an einem der Eierstöcke an, kann aber einen Durchmesser von bis zu 25 Zentimeter erreichen. In ein bis zwei Prozent der Fälle – fast immer bei Frauen ab 40 – entwickelt sich ein bösartiger Tumor aus der gutartigen Geschwulst.

Verdicktes Blut

Vergleichsweise häufig ist die sogenannte Schokoladenzyste, die der Frauenarzt insbesondere an ihrer dunklen (Blut)-Farbe erkennt. Bei dieser Endometriose im Eierstock verbleibt von der Gebärmutter abgestoßene Schleimhaut in den Eierstöcken. Da die dort angesammelten Schleimhautstücke nicht mit der Monatsblutung abfließen können, wachsen sie immer weiter an und können sich dann zu großen, mit verdickten Blut gefüllten Zysten entwickeln.

Eine Eierstockzyste wird oft im Rahmen einer Routineuntersuchung beim Frauenarzt entdeckt. Wenn die Zyste keine Beschwerden verursacht, kann es sinnvoll sein, zunächst die weitere Entwicklung abzuwarten und die Frau nach einiger Zeit erneut zu untersuchen. Häufig bildet sich die Zyste von selbst wieder zurück, so dass keine medizinische Behandlung nötig ist. Wenn die Zyste nicht verschwindet und für Probleme sorgt, kann oft eine hormonelle Therapie helfen, bei der etwa ein Gestagen-Präparat als Tablette oder Pille eingenommen wird.

In vielen Fällen ist eine Operation unumgänglich, um die Frau von ihren Zysten-bedingten Beschwerden befreien zu können, betont Rudy Leon De Wilde. Das gilt vor allem, wenn sich eine große Eierstockzyste nicht zurückbildet oder große Endometriosezysten nachgewiesen werden. Auch wenn Tumormarker erhöht sind oder der Verdacht auf einen bösartigen Tumor besteht, ist eine OP nötig. Ob und wann Zysten in den Eierstöcken entstehen, hängt vor allem vom Gleichgewicht der hormonellen Regulation ab.

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