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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

„Ein Gefühl wie neu geboren“

11.11.2017

Oldenbrok /Brake „Keine Frage. Ich hätte es schon zwei Jahre eher machen sollen. Ich kann mich jetzt wieder uneingeschränkt bewegen, kann sogar Seil springen.“ Dagmar Krüger aus Oldenbrok ist noch einmal ins St.-Bernhard-Hospital nach Brake gekommen. Am 22. September 2016 ist ihr hier auf der rechten Seite eine Kurzschaft-Hüfte eingesetzt worden: mit überwältigendem Erfolg.

 Neuer Lebensmut

„Ich fühle mich wie neu geboren, kann wieder lachen und endlich wieder am Leben teilnehmen und sogar Quad fahren – offroad, das ist mein großes Hobby“, sagt die 32-Jährige zu Dr. Brun Büsing, der sie vor knapp 14 Monaten mit seinem Team erfolgreich im St.-Bernhard-Hospital operiert hat.

Das künstliche Hüftmodell mit Schaft, Pfanne, Inlay und Hüftkopf

Zum einsatz kommen Metall, Keramik, Kunststoff

Das künstliche Hüftgelenk besteht aus einer künstlichen Gelenkpfanne, die in das Becken eingepresst, geschraubt oder zementiert verankert wird.

Der Hüftschaft wird in den Oberschenkelknochen implantiert.

Der Hüftkopf wird als so genannter Kugelkopf in die Pfanne bewegt. Zum Einsatz kommen zusammenfassend Metall, Keramik und Kunststoffe.

Mit Hüften kennt sich Büsing aus. Mehr als 1100 künstliche Hüften hat der 60-Jährige bereits eingesetzt. Die bei Dagmar Krüger verwendete Kurzschaft-Hüfte besteht aus Titan, Keramik und PE. Die sogenannte Hüft-Pfanne kommt aus dem 3D-Drucker. Nach dem Stand der Dinge hält ein solcher Kurzschaft 15 bis 20 Jahre.

 Frühe Fehlstellung

Dagmar Krüger ist für eine Hüftoperation noch sehr jung. Aber das hat einen Grund. Die dreifache Mutter – ein Mädchen im Alter von 13 Jahren und zwei Jungen im Alter von acht und elf Jahren – leidet seit Geburt an einer Hüft-Dys­plasie. „Ich bin schon als Kind schief gelaufen“, sagt die Oldenbrokerin, die tatsächlich neun Jahre lang überlegt hat, ob sie den Eingriff überhaupt wagen soll.

 Starke Schmerzen

„Mit sechs Jahren bin ich geritten. Schmerzen hatte ich schon damals. Mit der dritten Schwangerschaft vor neun Jahren wurde es immer schlimmer. Ich konnte mich teilweise kaum mehr bewegen, nicht mehr vom Stuhl zum Tisch gehen. Es wurde unerträglich“, sagt sie im Gespräch mit der NWZ. Mit dem jetzigen Kenntnisstand hätte sich Dagmar Krüger wesentlich schneller zu einer Operation durchgerungen. „Schon am Tag nach der Operation bin ich mit voller Belastung auf die Beine gestellt worden. Es war unglaublich. Es hat funktioniert, und der Schmerz war einfach nicht mehr da“, sagt die Frau, die jahrzehntelang wegen ihrer Hüftfehlstellung Schmerzen über sich ergehen lassen musste.

Heutzutage wäre die Fehlstellung vermutlich wesentlich früher erkannt worden. „Die Voruntersuchungen von U 1 bis U 8 sind dazu geeignet, solche Fehlstellung frühzeitig zu diagnostizieren und entsprechend zügig zu behandeln“, sagt Dr. Brun Büsing im Gespräch mit der NWZ.

 Handlungsbedarf

Aber wann ist eine Hüftoperation überhaupt empfehlenswert? Das muss unbedingt im Einzelfall geprüft werden. So müsse zunächst einmal geklärt werden, woher die Schmerzen überhaupt kommen. Eine Operation sei in der Regel aber eben dann geboten, wenn sich der Patient einfach zu sehr einschränken müsse und es keine entsprechenden Alternativen gebe.

Dagmar Krüger hat nach ihren Operation wieder jede Menge Lebensmut bekommen. Sie genießt nicht nur die Offroad-Fahrten mit dem Quad, sondern einfach auch die Möglichkeiten, wieder einmal zum Zelten zu fahren und gemeinsam auf dem Boden zu schlafen. „Das war früher undenkbar.“

 Rehabilitation

Die Operation bei ihr habe anderthalb Stunden gedauert. Zwei Wochen war Dagmar Krüger auf der Station und danach für drei Wochen in der Rehabilitation. Nach zehn Wochen habe sie sich das erste Mal wieder aufs Quad gesetzt. „Das Einzige, was ich derzeit nicht tun sollte, ist Bungee-Jumping“, sagt sie.

Aber eine Sache hat sie sich für die nahe Zukunft schon ganz fest vorgenommen. Im kommenden Jahr wird sie wieder ins St.-Bernhard-Hospital kommen. „Dann wird meine linke Hüfte gemacht“, sagt sie und lacht.


     www.krankenhaus-brake.de 

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