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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Angeborene Herzfehler: Wenn der Lebensmotor streikt

16.08.2022

Oldenburg Aktuelle Studien zeigen, dass in Deutschland sieben bis acht von 1000 Kindern mit einer angeborenen Fehlbildung des Herzens zur Welt kommen. Bei insgesamt rund 700000 Neugeborenen bedeutet das, dass es bundesweit pro Jahr etwa 5000 neue Herz-Patienten im Säuglingsalter gibt. In vielen Fällen ist die Herzfehlbildung nicht so schwerwiegend, dass sofort eine Therapie oder Operation erforderlich ist, betont die Deutsche Gesellschaft für Kinderkardiologie. Bei rund zehn Prozent der Betroffenen ist der Herzfehler aber so bedeutsam, dass er kurz nach der Geburt behandelt werden muss.

Die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung sind in den letzten 40 Jahren deutlich gestiegen. Dank der Fortschritte in der Diagnostik, der operativen und Herzkatheter-gebundenen Therapie sowie in der peri- und postoperativen Versorgung erreichen heute fast 85 Prozent der Kinder mit einem angeborenen Herzfehler das Erwachsenenalter. Viele Patienten können mit einer weitgehend normalen Lebenserwartung ohne eine relevante Minderung der Lebensqualität rechnen.

Es gibt eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Herzfehlbildungen. Die Palette reicht von zyanotischen und azyanotischen Herzfehlern, bei denen der reguläre Kreislauf des sauerstoffarmen- und reichen Bluts gemischt wird, bis hin zu unzureichend ausgebildeten Herzklappen, Löchern in der Herzscheidewand oder der Unterentwicklung einer Herzhälfte.

Begrenzte Versorgung

Bei herzgesunden Menschen sorgt das Herz mit jedem Schlag dafür, dass die Organe über den Blutkreislauf mit Sauerstoff und anderen lebenswichtigen Stoffen versorgt werden. Bei einer angeborenen Anomalie des Herzens ist das nur unzureichend bzw. sehr begrenzt möglich. Je nach Ausmaß des Problems kann ein angeborener Herzfehler mehr oder weniger starke Symptome verursachen. Schlimmstenfalls ist bereits kurz nach der Geburt eine kardiologische Intervention nötig, berichtet Dr. Matthias Freund, Leitender Arzt der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Oldenburg. Auch wenn keine akute Not-OP erforderlich ist, muss ein großer Teil der Patienten frühzeitig in einer spezialisierten kardiologischen Einrichtung und in der Regel auch medikamentös behandelt werden: „Wenn dies bei einem schweren Herzfehler nicht geschieht, drohen negative Folgen für die Lebensqualität und Lebenserwartung – bis hin zum akuten Herz- und Organversagen.“

Blaufärbung der Haut

Ob ein Herzproblem vorliegt, kann schon bei der Geburt mit einem Screening-Verfahren festgestellt werden, bei dem die Sauerstoffsättigung des Bluts gemessen wird. Diese Untersuchungen sind heute in Geburtskliniken obligatorisch. Zudem können Auffälligkeiten wie eine erschwerte Atmung, eine Blaufärbung der Haut, Herzgeräusche und ein unregelmäßiger Herzschlag auf einen Herzfehler deuten.

Im Verdachtsfall lässt sich von einem Kinderkardiologen mit einer Farb-Doppler-Echokardiographie in kurzer Zeit aufklären, ob eine Fehlbildung vorliegt, erklärt Dr. Freund: „Dieses bildgebende Untersuchungsverfahren ermöglicht einen genauen Blick auf das Herz und auf alle umgebenden Strukturen.“ Dies sei die Grundlage für eine gesicherte Diagnose und die nötigen Therapieschritte. Eine wichtige Rolle spiele auch die Pränataldiagnostik, mit der Fehlbildungen des Herzens bereits ab der 18. und 20. Schwangerschaftswoche im Mutterleib erkannt werden können.

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