NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Asthma: Die Atemnot überwinden

13.04.2021

Oldenburg Asthma gehört nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO mit weltweit 235 Millionen Betroffenen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. In Deutschland leiden rund fünf Prozent der Kinder und Erwachsenen unter einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Asthma-Erkrankung. In westlichen Industrieländern ist die Zahl der neudiagnostizierten Fälle seit mehreren Jahren stabil oder sogar leicht rückläufig. Dagegen verzeichnen vor allem Schwellen- und Entwicklungsländer in Afrika und Lateinamerika einen zum Teil deutlichen Anstieg der Patientenzahlen.

Mit dem allergischen und dem nicht-allergischen Asthma unterscheidet die Medizin im Wesentlichen zwei unterschiedliche Formen, die jeweils verschiedene Ursachen haben, aber ähnliche Symptome auslösen können. Bei dem oft schon im frühen Grundschulalter beginnenden extrinsischen Asthma können saisonale Allergene wie Blütenpollen oder auch im ganzen Jahr aktive Hausstaubmilben eine körpereigene Reaktion auslösen, die zu Asthmabeschwerden führt.

Bei Menschen mit einem nicht-allergischen intrinsischen Asthma sorgen andere Trigger für die Symptome. Diese Erkrankungsform stellt sich meistens erst ab dem 30.en oder 40.en Lebensjahr ein. Die Ursachen sind in vielen Fällen nicht nachweisbar. Dessen ungeachtet verweisen Fachgesellschaften darauf, dass nicht-allergisches Asthma durch eine bakterielle oder virale Infektion der Atemwege ausgelöst oder verstärkt werden kann.

Husten und Engegefühl

Bei einem akuten Asthmaanfall sorgen sogenannte TH2-Helferzellen dafür, dass bestimmte Botenstoffe produziert werden, die wiederum eine entzündungsbedingte Schwellung der Bronchial-Schleimhäute und eine Verkrampfung der Muskulatur in den Bronchien bewirken. „Typische Symptome sind vor allem Luftnot, ein Engegefühl in der Brust sowie oft auch Husten mit zähem Auswurf“, erklärt Dr. Regina Prenzel, Direktorin der Klinik für Innere Medizin, Pneumologie und Gastroenterologie im Pius-Hospital Oldenburg. Einige Betroffene fühlen sich zudem körperlich erschöpft oder empfinden Angst, ersticken zu müssen – bis hin zu Panikattacken.

Anders als bei COPD-Patienten, die permanent unter ihrer chronischen Lungenerkrankung leiden, stellen sich Asthma-Beschwerden nur von Zeit zu Zeit ein und sind selbst bei schweren Attacken nach einer geeigneten medikamentösen Intervention in der Regel schnell überwunden. „Die heute verfügbaren Cortison-Sprays sind sehr gut wirksam. Meisten sorgen sie sehr effektiv für ein Abklingen der Schwellungen und Verkrampfungen im Bronchialbereich“, berichtet Dr. Regina Prenzel.

Cortison-Medikation

Eine stationäre Asthma-Therapie ist inzwischen nur noch selten erforderlich. Es gebe zwar regelmäßig Patienten, die mit starken Beschwerden in der Notaufnahme behandelt werden müssen. Selbst bei zunächst bedrohlich erscheinenden Fällen stellt sich aber nach einer entzündungshemmenden Cortison-Medikation meistens in kurzer Zeit eine deutliche Linderung ein.

Unabhängig von der Form der Erkrankung müssen fast alle Asthma-Betroffenen von den ersten Symptomen an lebenslang mit der Erkrankung zurecht kommen. Bei schon im Kindesalter betroffenen Asthmatikern können die Probleme zwar während der Pubertät nachlassen oder sogar ganz verschwinden.Im Erwachsenenalter kehren die Attacken aber zumeist zurück.

NWZonline.de/gesundheit
Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.