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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Wenn das Atmen zur Qual wird

24.04.2018

Oldenburg Plötzlich wird das Atmen anstrengend und zur Qual. Das Treppensteigen, das vor Kurzem noch pro­blemlos möglich war, ist kaum noch zu schaffen. An manchen Tagen stellt sich quälender Husten mit zähem Schleim ein. Entsprechende Beschwerden stellen sich bei vielen Asthmatikern derzeit mit Beginn der aktuellen Blühsaison ein. Das vorher unbeschwerte Atmen wird infolge einer Verengung der Bronchien plötzlich sehr anstrengend. „Unsere Atmung bemerken wir erst, wenn es unangenehm wird, weil wir mehr Atemarbeit leisten müssen“, erklärt Dr. Regina Prenzel, Direktorin der Klinik für Innere Medizin, Pneumologie und Gastroenterologie im Pius-Hospital Oldenburg.

Bei Asthmatikern entstehe die Verengung der Bronchien durch ein Anschwellen der Bronchienschleimhaut und einer Verkrampfung der Bronchienmuskulatur. „Das fühlt sich dann an, als müsse man durch einen dünnen Strohhalm atmen.“ Die medizinisch als Atemwegsobstruktion bezeichnete Verengung der Bronchien wird durch Reize ausgelöst, die mit der Atemluft aufgenommen werden.

Diagnose-Zahl steigt an

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass weltweit rund 230 Millionen Menschen mit einer Asthma-Erkrankung leben. Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts haben ergeben, dass die Zahl der Asthma-Diagnosen in Deutschland zwischen den Jahren 2003 und 2009 gestiegen ist: bei Männern von 5,2 auf 8,3 Prozent der Gesamtbevölkerung und bei Frauen sogar von 6,0 auf 10,1 Prozent. Für Kinder und Jugendliche ist in verschiedenen Studien eine Lebenszeitprävalenz zwischen 3,0 und 10,1 Prozent ermittelt worden, womit Asthma zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in dieser Altersstufe zählt.

Beim allergischen oder extrinsischen Asthma reagiert das körpereigene Immunsystem unnatürlich heftig auf ein mit der Atemluft aufgenommenes Allergen. Baum- und Gräserpollen, Tierhaare oder der Kot der Hausstaubmilbe zählen zu den häufigsten Auslösern. Es kommen aber auch zahlreiche andere Substanzen als Pro­blemmacher infrage. Welche das im einzelnen sind, muss in jedem Einzelfall im Rahmen einer sorgfältigen ärztlichen Diagnose abgeklärt werden.

Bei einem saisonalen Asthma stellen sich die Beschwerden und Anfälle in erster Linie während der Blütezeit der Pflanzen ein, auf die der Betroffene allergisch reagiert. Nach dem Ende der Pollensaison verschwinden die Beschwerden dann oftmals komplett – um in der nächsten Blütezeit bei vielen Betroffenen mit ähnlichen oder sogar verstärkten Symptomen wieder zurückzukehren.

Anders ist der Verlauf bei einem nicht-allergischen oder intrinsischen Asthma. Bei dieser Form werden die chronischen Entzündungen der Atemwege und die daraus folgenden Probleme nicht durch Allergene ausgelöst. Vielmehr können zum Beispiel Atemwegsinfektionen, größere körperliche Anstrengungen oder Tabakrauch für einen Akut-Anfall verantwortlich sein.

Therapie mit Cortison

Bei diesen Menschen können auch bestimmte Schmerzmittel asthmatische Beschwerden auslösen. Bei Mischformen einer Asthma-Erkrankung können die allergenen und nicht-allergenen Faktoren allesamt an den Beschwerden inklusive eines Akut-Anfalls beteiligt sein.

Das Ziel der Therapie ist, die Verengung der Bronchien aufzuheben. Da die entzündliche Schwellung der Bronchienschleimhaut das vordringliche Problem beim Asthma ist, steht dieses Problem auch im Mittelpunkt der Behandlung. Die Therapie erfolgt heute mittels inhalierbaren Cortisons, das nur an der Bronchienschleimhaut wirkt und daher auch für Säuglinge zugelassen ist. Im Akut-Fall können zusätzliche Medikamente inhaliert werden, mit denen die Muskelverkrampfung gelöst werden kann.

Auch in beschwerdefreien Zeiten sollten Asthmatiker das verordnete inhalative Cortison als Basistherapie anwenden, weil sie lebenslang mit der Erkrankung zurechtkommen müssen. Sie können aber eine gute Lebensqualität erzielen, so Dr. Regina Prenzel: „Asthma ist nicht heilbar, heute aber gut behandelbar.“

Eine konsequenteBehandlung ist bei einer Asthma-Erkrankung wichtig, weil man damit das Risiko für einen neuen Akut-Anfall verringern kann. Bei einer plötzlich auftretenden, Asthma-bedingten Luftnot verschaffen die dafür verordneten Sprays dem Betroffenen in der Regel eine deutliche und schnelle Linderung der Beschwerden, betont Dr. Regina Prenzel: „Sehr schwere Asthma-Anfälle, die eine Notaufnahme im Krankenhaus erforderlich machen, sind dank der neuen Medikamente heute selten.“ Das sei vor 30 Jahren noch ganz anders gewesen.

Der Mensch atmet täglich rund 10 000 Liter Luft ein und aus. Bei einer guten (Lungen)-Gesundheit erfolgt das Atmen automatisch und wird bei alltagsüblichen Tätigkeiten nicht als anstrengend oder belastend empfunden. Für die ungestörte Atmung ist ein reibungsloses Zusammenspiel verschiedener Funktionen nötig. Neben dem Ein- und Ausatmen der Luft (der Ventilation) müssen der Gasaustausch (Diffusion) und die Durchblutung (Perfusion) der Lunge funktionieren. Bei Asthmatikern ist die Ventilation gestört.

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