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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Wenn die Umwelt fremd bleibt

26.03.2019

Oldenburg Mit dem Begriff Autismus bezeichnet die Medizin eine Gruppe von verschiedenen Entwicklungsstörungen des Gehirns, die mehr oder weniger starke Veränderungen der neuronalen und psychischen Entwicklung bewirken. Die Weltgesundheitsorganisation WHO unterscheidet drei Formen der tiefgreifenden Entwicklungsstörung: den frühkindlichen Autismus, das Asperger-Syndrom und den Atypischen Autismus. Da die Abgrenzung der Störungsbilder in der Praxis schwer fallen kann, werden die Formen unter dem Oberbegriff Autismus-Spektrum-Störung zusammengefasst. Aktuelle Studien zeigen, dass in westlichen Industrieländern bis zu sieben von 1000 Kindern mit einer Autismus-Störung leben.

Wie stark die mit der Störung verbundenen Symptome sind, ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Betroffene entwickeln vor allem Probleme mit der Kommunikation und im Umgang mit Menschen aus dem sozialen Umfeld. Obwohl viele Menschen mit Asperger-Autismus über eine durchschnittliche bis überdurchschnittliche Intelligenz verfügen, tun sie sich häufig schwer mit der Kommunikationsfähigkeit und der Handlungsplanung.

Schon kleinste Veränderungen im gewohnten Alltag können heftige, mitunter aggressive Reaktionen auslösen, erklärt die Dipl.-Psychologin Martina Steinhaus, Geschäftsführerin des Autismus-Therapiezentrums Oldenburg: „Ein scheinbar nichtiger Anlass kann ausreichen, die Kinder völlig aus der Bahn zu werfen.“

Defizite kompensieren

Weil eine Autismus-Störung nicht heilbar ist, begleitet sie Betroffene lebenslang. Dessen ungeachtet, kann es mit einer frühzeitigen und zielgerichteten multimodalen Therapie gelingen, die Störung so weit in den Griff zu bekommen, dass die Symptome beherrschbar werden. Die Behandlung im Therapiezen­trum Oldenburg zielt darauf ab, die mit einer Autismus-Störung verbundenen Defizite so gut zu kompensieren, dass die Betroffenen mit der Behinderung weitgehend ungehindert am normalen Leben teilnehmen können. Welche Hilfen dafür erforderlich sind, ist je nach Einzelfall sehr unterschiedlich, berichtet Martina Steinhaus: „Basierend auf der vorliegenden Diagnose schauen wir uns jeden Patienten sorgfältig an und entwickeln ein individuelles Therapieangebot, das genau zum Einzelnen und seinem sozialen Umfeld passt.“

Das aus Kinder- und Jugendpsychologen, Rehabilitations-, Sozial- und Heilpädagogen sowie Heilerziehungspflegern bestehende Team bietet eine breite Palette von ambulanten Therapieangeboten. Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen können dafür zu individuell festgelegten Zeiten ins Therapiezentrum kommen. Zum Angebot zählen neben Elementen aus der Psychotherapie und körperorientierten Verfahren verschiedene Methoden zur autismusspezifischen Verhaltenstherapie und zur Kommunikationsförderung. Dazu kommt die Spiel- und Kreativtherapie, bei der die Kinder ihre Umwelt mit allen Sinnen erfahren können.

Verständnis aufbauen

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Therapie ist die Beteiligung der Familie und anderer Bezugspersonen. So sind die Eltern gerade für Kinder mit einer Autismus-Störung in der Regel der erste und engste Bezugspunkt. Um so wichtiger sei es, dass in der Familie eine möglichst gute zwischenmenschliche Beziehung aufgebaut wird, die von gegenseitigem Verständnis und Vertrauen geprägt ist.

Der Aufbau einer festen und innigen Beziehung könne nicht nur mit den Eltern, sondern auch mit anderen Bezugspersonen gelingen. Viele Autisten führen beruflich und privat ein erfülltes und weitgehend normales Leben, berichtet Bettina Heeren, Therapeutische Leiterin im Autismus-Therapiezentrum Oldenburg: „Sie sind durchaus in der Lage, sehr tiefgehende Freundschaften aufzubauen, die oft lebenslang mit großem Einsatz gepflegt werden.“

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