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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Ein sicherer Start ins Leben

19.12.2018

Oldenburg „Das Gefühl, die Kleine zum ersten Mal zu sehen und im Arm halten zu können, war unbeschreiblich schön.“ Beim Blick auf ihr zufrieden schlafendes Baby strahlen die Augen der glücklichen Eltern. „Auch weil Lea unser erstes Kind ist, waren wir total aufgeregt“, erinnern sich Juliana Bastigkeit und Sven Müller. Zwei Tage nach Nikolaus war die kleine Lea um genau 0.39 Uhr putzmunter und gesund per Kaiserschnitt zur Welt gekommen.

„Zunächst waren wir ein wenig besorgt, weil keine Geburt auf normalem Weg möglich war. Dann ist aber alles ohne Probleme abgelaufen. Jetzt sind wir einfach nur glücklich“, erzählen die jungen Eltern kurz bevor es nach drei Tagen Ruhe und Schonung für Mutter und Kind wieder nach Hause geht. Auf der Geburtsstation habe sie sich von Anfang an sicher und gut aufgehoben gefühlt, so die Oldenburgerin Juliana Bastigkeit: „Das gesamte Team hat mich toll unterstützt. Bei der Geburt haben sich alle riesig mit uns zusammen gefreut.“

Beziehung fördern

Auch für Prof. Dr. Eduard Malik und seine Mitarbeiter ist eine Geburt „immer etwas ganz Besonderes“, sagt der Direktor der Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Vom Frühchen mit intensivmedizinischem Betreuungsbedarf bis zum – wie die kleine Lea – exakt zum erwarteten Geburtstermin zur Welt gekommenen Kind werden im Klinikum Oldenburg pro Jahr rund 2000 Babys entbunden. Seit 2015 darf das Klinikum Oldenburg das Zertifikat Babyfreundliche Geburtsklinik führen, das gemeinsam von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Hilfsorganisation Unicef an Geburtskliniken verliehen wird, die eine Versorgung von Mutter und Kind gemäß der sogenannten B.E.ST.-Kriterien sicherstellen.

Konkret bedeutet das, dass besonderer Wert auf die Bindung sowie die Entwicklung und das Stillen des Neugeborenen gelegt wird, erklärt Prof. Malik: „Diese Kriterien sind nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen entscheidend für eine effektive Förderung der Beziehung zwischen dem Kind und seinen Eltern.“

Die dazu passenden Richtlinien werden in der Geburtsklinik von allen Akteuren tagtäglich umgesetzt und gelebt. „Vom Arzt bis zur Hebamme, Kinderkrankenschwester und den Reinigungsfachangestellten sind alle mit voller Überzeugung dabei“, berichtet die Pflege-Bereichsleiterin Sandra Bär. Neben speziellen Schulungen und Fortbildungen sei auch die Freude an der Arbeit ein wichtiger Faktor: „Für mich ist es jedes Mal ein wunderbares Erlebnis, eine glückliche Mutter und ihr Kind in den ersten Lebenstagen begleiten zu können.“

Die für ein babyfreundliches Krankenhaus maßgeblichen Anforderungen werden unter anderem durch Anleitungen und Hilfen zum Bonding zwischen Mutter und Kind umgesetzt, erklärt die Fachkinderkrankenschwester Linda Schröder: „Wenn möglich und gewünscht, ermöglichen wir den Frauen unmittelbar nach der Geburt den Hautkontakt zu ihrem Baby.“

Vertrautes Aroma

In der Regel wird das Kind gleich nach dem Durchschneiden der Nabelschnur auf den Bauch der Mutter gelegt. Von dort aus tasten sich die Neugeborenen meistens in erstaunlich kurzer Zeit selbst bis zur Brust vor, um dort zum ersten Mal Muttermilch zu saugen. Den Weg finden sie dank des Geruchssinns. Auf der Brust nimmt das Kind das vor der Geburt im Bauch der Mutter vertraute Aroma wahr und sucht automatisch deren Nähe. Auch der Vater sollte bereits in den ersten Minuten nach der Geburt die Gelegenheit bekommen, das Kind zu streicheln und sanft an seine Brust zu drücken. „Der frühe Körperkontakt zu den Eltern ist eine wichtige Grundlage für den Aufbau von Empathie und Vertrauen“, betont die Hebamme Tanja Lange. Entsprechend positive Erfahrungen können die weitere Entwicklung der Beziehung entscheidend prägen. Mitunter sorgen sie lebenslang für ein festes emotionales Band.

Auch das Stillen ist ein wichtiger Teil der zu einer babyfreundlichen Klinik gehörenden B.E.ST.-Kriterien, erklärt Prof. Malik. Die frühzeitige Versorgung des Babys mit Muttermilch sei ebenso förderlich für die körperliche Gesundheit wie für die Entwicklung der Bindung zwischen Eltern und Kind.

Das Teamder Oldenburger Frauenklinik hat zehn Kriterien formuliert, um die Anforderungen der Initiative Babyfreundliches Krankenhaus erfüllen zu können. Dazu gehört an erster Stelle, dass Mutter und Kind ausschließlich von Mitarbeitern betreut werden, die entsprechend geschult sind und sich verbindlich an die wissenschaftlichen Leitlinien zur Bindungs-, Entwicklungs- und Stillförderung halten. Zu den Vorgaben gehört zudem, dass die Frauen wenn möglich schon vor der Geburt über die Leitlinien informiert werden.

Nach der Geburt wird dann ein ungestörter Hautkontakt ermöglicht. Für das erste Stillen und Anlegen des Kindes an die Brust wird der Mutter kompetente Unterstützung angeboten. Weil die Muttermilch die beste Ernährung für ein reifes und gesundes Neugeborenes ist, werden ihm darüber hinaus keine weiteren Flüssigkeiten angeboten – es sei denn, dass dies aus medizinischen Gründen erforderlich ist. Vorteilhaft für den Beziehungsaufbau ist auch, dass Mutter und Kind 24 Stunden am Tag in einem Raum untergebracht sind.

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