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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Beckenfraktur: Wenn die Stabilität verloren geht

02.03.2021

Oldenburg Das aus einem Geflecht mehrerer Knochen bestehende Becken bildet oberhalb der Hüfte einen stabilen Ring und stellt zugleich eine sichere Verbindung der Wirbelsäule mit den Beinen her. Für eine Fraktur eines oder mehrerer Beckenknochen kann es unterschiedliche Ursachen geben. Bei einer ausgeprägten Osteoporose kann schon ein harmloser Sturz zu einer Verletzung der ohnehin instabilen und nur noch wenig elastischen knöchernen Strukturen führen.

Bei knochengesunden Menschen ist ein Beckenbruch eher selten. Ursache ist dann in der Regel eine massive äußere Gewalteinwirkung, zu der es zum Beispiel durch einen Sturz aus großer Höhe oder einen schweren Motorradunfall kommen kann. Die Medizin unterscheidet im wesentlichen zwischen einem instabilen und einem stabilen Beckenbruch, bei dem unter physiologischer Belastung wie etwa beim Gehen keine Ausweitung der Fraktur zu befürchten ist. Welche Art der Verletzung vorliegt und wie diese behandelt werden muss, hängt davon ab, welche Beckenknochen betroffen sind.

„Wenn der Beckenring unbeschädigt ist, und seine stabilisierende Wirkung weiter erfüllen kann, reicht fast immer eine konservative Therapie mit ärztlich kontrollierten Übungen zur Förderung der Mobilität aus“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Oliver Pieske, Chefarzt der von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie als überregionales Traumazentrum zertifizierten Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sporttraumatologie im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg.

Gefährliche Blutungen

Ein instabiler Beckenbruch nach einem Hochrasanztrauma kann dagegen zusätzlich zu der Knochenfraktur mit erheblichen Organverletzungen und lebensgefährlichen inneren Blutungen verbunden sein. Diese Verletzung ist immer ein Notfall, der umgehend einen chirurgischen Eingriff erfordert, mit dem der Beckenring wieder stabilisiert und die Weichteilverletzungen adressiert werden.

Hinweise können neben starken Schmerzen, einer mangelnden Bewegungsfähigkeit und Blut im Urin unter anderem Schocksymptome mit einer deutlich erhöhten Pulsfrequenz sowie einer auffälligen Gesichtsblässe sein. Nicht zuletzt gibt es bestimmte Unfallmuster, bei denen das Risiko für entsprechende Frakturen besonders hoch ist.

Bei einem Frakturverdacht sollte für eine sichere Diagnose zunächst eine sorgfältige Anamnese erfolgen, bei der dem Arzt der Unfallverlauf und die daraus resultierenden Beschwerden geschildert werden. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung mit einer Inspektion und wenn nötig einer Palpation, bei der das Becken behutsam von außen abgetastet wird.

Weitere Aufklärung

Bei Anzeichen für eine schwere Verletzung können zur weiteren Aufklärung zudem Röntgenaufnahmen und eine bildgebende Computertomographie erforderlich sein, mit der auch innere Verletzungen und Blutungsquellen entdeckt werden können.

Viele Schwer- und Mehrfachverletzte müssen abgesehen von der Beckeninstabilität auch wegen anderer schwerer Verletzungen notfallmäßig behandelt werden. Bei der Reihenfolge der ärztlichen Interventionsmaßnahmen steht immer die Abwendung einer akuten Lebensgefahr im Vordergrund. Im Traumazentrum des Evangelischen Krankenhauses werden pro Jahr mehr als 200 sehr schwer verletzte Patienten behandelt – etwa jeder zehnte wegen eines instabilen Beckenbruchs.

NWZonline.de/gesundheit
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