OLDENBURG - Die bei der Behandlung einer Depression eingesetzten Medikamente sorgen dafür, dass die im Gehirn unter anderem für das Entstehen von Glücksgefühlen erforderlichen Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin besser genutzt werden können. In einfachen Worten erklärt, entsteht eine Depression dann, wenn der Körper diese Botenstoffe nicht mehr in ausreichender Menge produzieren kann.
Per Medikament kann man diesen Mangel zwar nicht ausgleichen. „Man kann damit aber dafür sorgen, dass die verbliebenen Botenstoffe länger zwischen den Zellen verbleiben und somit auch intensiver arbeiten und wirken können“, berichtet Dr. Thomas Brieden von der Karl-Jaspers-Klinik.
Antidepressiva-Wirkstoffe erzielen auch den Effekt, dass die Zellwände sensibler auf die Botenstoffe reagieren. So können die für das Wohlbefinden benötigten Signale besser die feinen Synapsen der jeweils zuständigen Nervenenden erreichen.
Antidepressiva brauchen mindestens zwei Wochen, bevor sich eine nachvollziehbare Wirkung einstellen kann. Wesentlicher Grund ist, dass der Stoffwechsel im Gehirn nach automatisierten Abläufen funktioniert und die per Wirkstoff veränderten Vorgänge erst nach und nach vom Organismus verinnerlicht werden. Aus dem gleichen Grund dürfen die Medikamente nicht plötzlich komplett abgesetzt werden.
