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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Behandlung: Demenz schädigt auch die Zähne

24.07.2018

Oldenburg Eine Demenzerkrankung führt dazu, dass vor allem die geistigen Fähigkeiten immer weiter verloren gehen. Die Symptome können sehr vielfältig sein. Erste Anzeichen sind nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft oft ein deutliches Nachlassen des Gedächtnisses und anderer Denkfähigkeiten. Zudem können unter anderem Probleme mit der Sprache und der Kommunikation sowie der Konzentration und der visuellen Wahrnehmung auftreten. Je nach Art und Verlauf kann die Erkrankung langsam und kontinuierlich fortschreiten oder innerhalb kurzer Zeit einen dramatischen Abbau der kognitiven sowie letztlich auch der körperlichen Leistungsfähigkeit bewirken.

Eine Demenz entsteht, wenn die Gehirnzellen ihre Fähigkeit verlieren, miteinander zu kommunizieren. Je nachdem, welche Gehirnregion betroffen ist, kommt es zu Funktionsstörungen, die sich zum Beispiel durch einen Gedächtnis- oder Konzentrationsverlust bemerkbar machen können. Bei 60 bis 80 Prozent der Betroffenen ist eine Alzheimer-Erkrankung für die Demenz verantwortlich. Zweithäufigste Erkrankungsform ist die nach einem Schlaganfall auftretende vaskuläre Demenz.

Hirnzellen gehen verloren

Darüber hinaus gibt es in selteneren Fällen auch andere Gründe für Demenz-Symptome, die etwa infolge von übermäßigem Alkohol-Konsum, schädlichen Nebenwirkungen von Medikamenten, Vitaminmangel oder Schilddrüsenerkrankungen entstehen können. In diesen Fällen kann es möglich sein, verloren gegangene Fähigkeiten durch eine qualifizierte Behandlung und einen gesünderen Lebensstil zum Teil zurückzugewinnen. Bei den meisten Demenzerkrankungen ist das aber nicht erreichbar, weil die geschädigten Gehirnzellen verloren gegangen sind.

Zu den Folgeproblemen für die Gesundheit zählt dann auch, dass Demenz-Patienten insbesondere in einem fortgeschrittenen Erkrankungsstadium nicht mehr für eine selbstständige Dentalhygiene wie etwa das Zähneputzen sorgen können. Das gilt um so mehr für die Wahrnehmung regelmäßiger Vorsorge- und Kontrollbesuche beim Zahnarzt, die für eine gute Zahngesundheit erforderlich sind. „Menschen mit einer Demenz kommen häufig mit starken Schädigungen zu uns, die heftige Schmerzen verursachen“, berichtet der Zahnarzt Axel Zahn, der mit seinem Team unter anderem auf die Behandlung von Patienten mit geistigen und/oder körperlichen Handicaps spezialisiert ist.

Probleme mit den Zähnen bleiben bei Demenz-Patienten oft unerkannt, weil sie selbst nicht mehr in der Lage sind, den Grund für die Beschwerden zu benennen. Viele Betroffene weigern sich als Reaktion auf den Schmerz zudem, den Mund für einen Kontrollblick zu öffnen. Angehörige und Pflegekräfte haben es dann schwer, einen abgebrochenen oder kariösen Zahn zu identifizieren.

Zu wenig Speichel

Für den Erhalt der Mund- und Zahngesundheit kommt erschwerend hinzu, dass die bei einer Demenz unabdingbare medikamentöse Behandlung je nach Stadium der Erkrankung und Medikation mit einem erhöhten Risiko für Karies, Infektionen und Zahnfleischentzündungen verbunden ist. So führt die Einnahme bestimmter Sedativa oder Antidepressiva zu einer medizinisch als Xerostomie bezeichneten unzureichenden Speichelbildung.

Durch die Trockenheit im Mundraum kommt es zu einer vermehrten Plaques-Bildung, was wiederum das Entstehen von Karies und anderen Dental-Erkrankungen fördert. Zudem führt eine dauernde Mundtrockenheit zu Problemen mit dem Zahnersatz, da dieser ohne eine regelmäßige Speichelbefeuchtung an Halt verliert.

Schwerwiegende Folgen kann dieses Problem für Träger von Zahnprothesen haben, erklärt Axel Zahn: „Bei Demenz-Patienten kommt es nicht selten vor, dass sich eine Prothese im Schlaf löst und verschluckt wird, was im schlimmsten Fall nicht rechtzeitig erkannt wird und dann akut lebensgefährlich werden kann.“ Um gesundheitliche Schäden zu vermeiden, sollten die Bezugspersonen auf eine gute Mundhygiene im Alltag achten. Wichtig sind auch regelmäßige Termine beim Zahnarzt.

Für den Erhaltbeziehungsweise die Herstellung einer zufriedenstellenden Zahngesundheit ist gerade für Demenz-Patienten die Versorgung durch einen Zahnarzt sinnvoll, der auf die besonderen Anforderungen ausgerichtet ist. Dazu gehört, dass sich der Zahnarzt mit der Erkrankung auskennt sowie mehr Zeit und Personal für die Behandlung einplant. „Sehr wichtig ist zudem, dass die Behandlung möglichst schonend, effektiv und schnell verläuft“, erklärt Axel Zahn. Statt auf kosmetische Schönheit komme es in erster Linie auf die (Wieder)-Herstellung einer guten Funktionsfähigkeit des Zahnapparats an.

Die Angehörigen sollten einen dementen Patienten schon in einem frühen Stadium der Erkrankung mittels regelmäßiger, unaufgeregter Zahnarztbesuche daran gewöhnen, dass der Untersuchungs- und Behandlungstermin als normal empfunden wird und kein Grund zur Besorgnis ist. Wenn dies gelingt, könne bei vielen Frauen und Männern mit einer Demenz nahezu jede Zahnbehandlung vom vertrauten Zahnarzt durchgeführt werden.

NWZonline.de/gesundheit
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